3,6-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln
Andree Trubin3,6-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln
In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem Betrugsfall in Höhe von 3,6 Millionen Euro vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, gemeinsam Krankenkassen getäuscht zu haben, indem sie Abrechnungen für ein nicht existierendes Medizinprodukt einreichten. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen gefälschte Rezepte, die zwischen 2020 und 2022 ausgestellt wurden.
Laut Ermittlungen reichte die Firma der Krankenschwester Abrechnungen für ein teures Wundauflagen-Präparat mit dem Namen SymbioInfekt TheraKit ein, das pro Packung etwa 3.400 Euro kosten sollte. Doch es gibt keine Belege dafür, dass dieses Produkt jemals existierte oder in Deutschland eine offizielle Zulassung besaß. Trotzdem wurden die Versicherungen wiederholt für die fiktive Behandlung in Rechnung gestellt.
Der Apotheker, der die Rezepte belieferte, sagte aus, er habe geglaubt, das Verfahren sei legal. Er behauptet, man habe ihm versichert, die Abrechnung entspreche den Vorschriften und die Kosten lägen unter dem Üblichen. Die Anklage hingegen argumentiert, er habe den Großhandelspreis des gefälschten Produkts einbehalten – abzüglich einer Gebühr von 10 Prozent, die an die Firma der Krankenschwester floss.
Zwischen Februar 2020 und Juli 2022 ergaunerten die beiden auf diese Weise 3,6 Millionen Euro an unrechtmäßigen Erstattungen. Die Behörden teilen mit, der Apotheker habe bereits 900.000 Euro zurückerstattet und müsse im Falle einer Verurteilung monatlich weitere 10.000 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass beide Angeklagten mit gemeinsamer krimineller Absicht handelten, um die Versicherungen zu betrügen.
Das Gericht muss nun klären, ob die Krankenschwester und der Apotheker wissentlich an dem Betrug mitwirkten. Wird der Apotheker schuldig gesprochen, muss er die noch ausstehenden 2,7 Millionen Euro zurückzahlen. Der Fall zeigt die Gefahren auf, die mit der Abrechnung nicht überprüfbarer Medizinprodukte verbunden sind.






