03 April 2026, 02:18

95 Prozent der Duisburger Hafen-Mitarbeiter fordern Tarifvertrag – warum die Führung blockiert

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter, der zusammen mit einer anderen Person vor einer bergigen, bewaldeten Kulisse steht, mit der Aufschrift "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wages-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

95 Prozent der Duisburger Hafen-Mitarbeiter fordern Tarifvertrag – warum die Führung blockiert

Beschäftigte der Duisburger Hafen AG kämpfen für Tarifvertrag – 95 Prozent unterstützen Forderung

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Bei der Duisburger Hafen AG wächst der Druck auf einen Tarifvertrag: Eine aktuelle Umfrage der Gewerkschaft Verdi zeigt, dass 95 Prozent der Belegschaft die Forderung nach einem flächendeckenden Tarifabschluss unterstützen. Das Unternehmen, das dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Duisburg gehört, zahlt derzeit ohne einheitliche Entgeltstrukturen oder Leistungszulagen. Mitarbeiter kritisieren prekäre Arbeitsbedingungen, darunter kurzfristige Schichtänderungen und niedrigere Löhne im Vergleich zu anderen deutschen Häfen.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht Verdi-Forderung nach einem Tarifvertrag, die Geschäftsführer Markus Bangen kategorisch zurückweist. Gleichzeitig positioniert sich der Betriebsrat überraschend klar auf Seiten der Unternehmensführung und gibt an, von der breiten Unterstützung in der Belegschaft nichts gewusst zu haben – eine Haltung, die im krassen Widerspruch zu den 95 Prozent der Beschäftigten steht, die in der Gewerkschaftsumfrage für formelle Verhandlungen stimmen.

Die Löhne bei der Duisburger Hafen AG liegen deutlich unter denen vergleichbarer Standorte wie Wilhelmshaven. Zudem erhalten die Beschäftigten keine Weihnachtsgeldzahlungen, und die Bezahlung variiert je nach Position willkürlich. Die Schichtplanung verschärft die Unzufriedenheit: Häufig erfahren Mitarbeiter ihre Einsatzzeiten erst kurzfristig.

Auch die Politik mischt sich ein: SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin Nancy Faeser rief beide Seiten zu konstruktiven Gesprächen auf. Die SPD-Politikerin Bärbel Bas stellte sich öffentlich hinter das Recht auf Tarifverhandlungen. Der Streit eskaliert zudem vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl, in der Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) als möglicher Herausforderer von CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst gehandelt wird.

Die Auseinanderetzung um den Tarifvertrag bei der Duisburger Hafen AG bleibt vorerst ungelöst. Während die Geschäftsführung die Gewerkschaftsforderungen ablehnt, leiden die Beschäftigten weiter unter unsicheren Löhnen und Arbeitszeiten. Derweil wächst der politische Druck auf eine verhandelte Lösung – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Arbeitsbedingungen Hundertener Hafenmitarbeiter in der Region.

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