28 June 2026, 04:23

Amazonas-Ölversteigerung 2025: Indigene protestieren gegen umstrittene Blöcke ohne Umweltprüfung

Brasilien wegen Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Amazonas-Ölversteigerung 2025: Indigene protestieren gegen umstrittene Blöcke ohne Umweltprüfung

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltet am 17. Juni 2025 eine Versteigerung von fossilen Brennstoffen. Dabei wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke angeboten, darunter 68 im brasilianischen Amazonasgebiet. Große Unternehmen wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich mehrere dieser Blöcke.

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Bei der Auktion standen 47 Blöcke an der Mündung des Amazonas zur Vergabe, von denen 19 erfolgreich vergeben wurden. Diese umfassen eine maritime Fläche von 16.312 km². Allerdings wurde zuvor keine Umweltbewertung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt – obwohl diese für eine verantwortungsvolle Planung und Lizenzvergabe von zentraler Bedeutung ist.

Kritiker warfen dem Verfahren vor, wichtige Auflagen zu ignorieren. Die Bundesstaatsanwaltschaft beantragte eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Versteigerung und verwies auf Verfahrensmängel sowie eine unzureichende Folgenabschätzung. Zudem fand die Auktion ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften statt – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169.

Umwelt- und Indigenenorganisationen verurteilten den Schritt scharf. Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura warnte, die Versteigerung werde Zerstörung, Verschmutzung, Armut und Krankheiten in den Amazonas bringen. Gisela Hurtado von Stand.earth bezeichnete sie als Bedrohung für indigene Territorien und als Verstoß gegen das Pariser Klimaabkommen. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika sah darin einen Widerspruch zu Brasiliens Versprechen zum Umweltschutz. Carolina Marçal vom Instituto ClimaInfo betonte, die Auktion befeuere die Klimakrise und sende ein falsches Signal.

Trotz rechtlicher und ethischer Bedenken wurde die Versteigerung durchgeführt. Multinationale Konzerne sicherten sich Blöcke in ökologisch sensiblen Gebieten. Das Fehlen von Umweltprüfungen und Gemeinschaftszustimmung bleibt ein zentraler Streitpunkt.

Quelle