25 March 2026, 06:20

Baden-Baden feiert John Neumeiers Hommage an den Ballett-Revolutionär Nijinsky

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung namens "Saison Russe" mit einer gemalten Tänzerin in anmutiger Pose.

Baden-Baden feiert John Neumeiers Hommage an den Ballett-Revolutionär Nijinsky

Baden-Baden beheimatet vom 2. bis 12. Oktober das Festival Die Welt des John Neumeier

Die Veranstaltung würdigt das Lebenswerk des legendären Choreografen und seine tiefe Verbindung zu Wasslaw Nijinsky, einer der prägendsten Figuren des Balletts. Mit Ausstellungen, Aufführungen und seltenen historischen Einblicken besticht das Programm.

Eröffnet wird das Festival am 3. Oktober mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Baden, die bis zum 2. November zu sehen sein wird. Im Mittelpunkt steht Nijinskys Einfluss auf die Tanzkunst, darunter auch Neumeiers private Sammlung an Ballett-Erinnerungsstücken. Der Choreograf betrachtet Nijinsky seit Langem als den "größten Visionär der Ballettkunst", dessen mutiger, experimenteller Ansatz die moderne Choreografie geprägt hat.

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Im August 1913 hielten sich Nijinsky und Sergei Djagilew im Grandhotel Stephanie in Baden-Baden auf – dem heutigen Brenners Parkhotel. Während ihres Aufenthalts arbeiteten sie an mehreren Projekten, darunter ein von Bach inspiriertes Ballett und Till Eulenspiegel, basierend auf der Musik von Richard Strauss. Obwohl Till Eulenspiegel einstudiert wurde, blieb es unvollendet und ist nicht erhalten. Jeux hingegen, das in Baden-Baden verfeinert wurde, hatte bereits im Mai desselben Jahres in Paris Premiere und lebt durch Rekonstruktionen als Teil von Nijinskys Vermächtnis weiter.

Zu den Höhepunkten des Festivals zählen Neumeiers Nijinsky, das vom 2. bis 12. Oktober auf die Bühne kommt, sowie sein Ballett Epilog, das die Veranstaltung vom 10. bis 12. Oktober beschließt. Zudem wird Anna Pawlowa gewürdigt, ein weiterer Star der Ballets Russes, die ihren ikonischen Sterbenden Schwan am 26. August 1913 in Baden-Baden aufführte.

Nijinsky und die Ballets Russes revolutionierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Spitzentanztechnik. Ihre Innovationen setzten neue künstlerische und technische Maßstäbe und hinterließen ein bleibendes Erbe in der Tanzgeschichte.

Das Festival verbindet Neumeiers zeitgenössische Vision mit Nijinskys bahnbrechender Vergangenheit. Durch Aufführungen, Ausstellungen und Archivmaterial können Besucher die anhaltende Wirkung dieser Ballettpioniere erkunden. Die Veranstaltung läuft bis zum 12. Oktober, während zentrale Exponate im Stadtmuseum noch bis Anfang November zu sehen sind.

Quelle