Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole aus – doch nicht überall ist das erlaubt
Andree TrubinWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole aus – doch nicht überall ist das erlaubt
Mehrere bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultursymbole
Der Trend begann in München und Nürnberg, wo ikonische Motive aus der Region Fußgänger an Übergängen leiten. Mittlerweile ziehen andere Städte nach und statten ihre Straßen mit eigenen Entwürfen aus.
München machte 2025 den Anfang, als im Stadtteil Lehel drei Ampeln mit Pumuckl ausgestattet wurden – dem beliebten Kobold aus der Kinderliteratur. Nürnberg folgte im Februar 2026 und brachte Albrecht Dürers "Feldhase" an einem Übergang in der Äußeren Laufer Gasse an. Anders als München holte Nürnberg jedoch keine Genehmigung der Landesregierung ein, was bedeutet, dass die Stadt bei Unfällen, die auf die abweichende Signalgebung zurückgehen, voll haftet.
Andere Kommunen übernahmen die Idee schnell. Augsburg erhielt von der Regierung Schwabens eine Sondererlaubnis für die Verwendung seines Kasperl, einer Figur aus dem Puppentheater. Hof scheiterte zunächst mit dem Entwurf eines Wärschtlamo (Wurstverkäufers) an Bedenken der Verkehrssicherheit, setzte sich später aber durch. Die Stadt plant nun bald die Installation der wurstthematischen Ampeln. Straubing zeigt unterdessen Bruder Straubinger, eine lokale historische Persönlichkeit, während in Dachau traditionelle bayerische Trachten aufleuchten. Deggendorf entschied sich für eine Frau, die Knödel wirft – eine Hommage an die regionale Küche.
Das bayerische Innenministerium bevorzugt zwar einheitliche Ampeldesigns, lässt aber gewisse gestalterische Freiräume zu. Dachau, ermutigt durch positive Rückmeldungen der Bürger, will weitere thematische Ampeln aufstellen. Bisher beliefen sich die Kosten für Schablonen und Grafikdesign auf etwa 300 Euro pro Installation.
Der Wechsel zu kulturell geprägten Fußgängersignalen spiegelt einen wachsenden Trend in Bayern wider. Städte wie München, Nürnberg und Hof haben ihre Entwürfe bereits umgesetzt, andere planen Erweiterungen. Die Änderungen bewegen sich zwar im rechtlichen Rahmen, doch dort, wo auf Genehmigungen verzichtet wurde, bleiben Haftungsrisiken bestehen.






