16 March 2026, 14:19

Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit – Steuern oder Sparen als Ausweg?

Ein Plakat mit weißem Hintergrund und schmalem schwarzem Rand, das fette, schwarze Schrift enthält, die den Text "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern für Reiche und Großunternehmen noch weiter." zeigt.

Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit – Steuern oder Sparen als Ausweg?

Bergisch Gladbach steht vor finanzieller Zange – Kämmerer warnt vor fast 50 Millionen Euro Defizit pro Jahr

Mit einem fast 500 Seiten starken Haushaltsplan, der derzeit verhandelt wird, ringt Bergisch Gladbach um Lösungen, wie steigende Kosten und dringend notwendige Investitionen unter Wahrung der finanziellen Handlungsfähigkeit zu stemmen sind. Stadtkämmerer Thore Eggert (FDP) skizzierte auf einem kürzlichen Workshop der BürgerAkademie die prekäre Lage und betonte, dass harte Entscheidungen unvermeidbar seien, um die kommunalen Finanzen zu stabilisieren.

Die Hauptursachen für die Haushaltsnot liegen in explodierenden Sozialausgaben und Personalkosten. Zwar seien Lohnerhöhungen für die Beschäftigten dringend geboten, doch treiben sie die Ausgaben weiter in die Höhe – bei gleichzeitig kaum noch vorhandenen Spielräumen für Einsparungen. Eggert machte deutlich, dass der Großteil des Etats durch feste Verpflichtungen gebunden sei und nur wenige Bereiche überhaupt Kürzungen zuließen.

Um die Lücke zu schließen, schlägt der Kämmerer eine Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern vor, was ihm zufolge jährlich rund vier Millionen Euro zusätzliche Einnahmen bringen könnte. Eine strikte Haushaltssanierung mit starren Vorgaben lehnt er jedoch entschieden ab, da diese die finanzielle Eigenständigkeit Bergisch Gladbachs stark einschränken würde.

Trotz der angespannten Lage sind für 2026 bereits 126 Millionen Euro für Projekte wie Schulmodernisierungen, Straßeninstandsetzungen und die Neugestaltung des Zanders-Industriegeländes eingeplant. Doch die Umsetzung scheitert oft am Fachkräftemangel und der knappen Verfügbarkeit von Baufirmen. Eggert, der als parteiloser Verwaltungsfachmann und nicht als FDP-Vertreter spreche, verwies auf diese zusätzlichen Hürden.

Die üblicherweise bis Jahresende abgeschlossene Haushaltsplanung verzögert sich diesmal wegen der Kommunalwahlen. Die Verhandlungen laufen derzeit hinter verschlossenen Türen zwischen den Fraktionen von CDU, SPD und Grünen. Die finale Abstimmung ist für den 24. März angesetzt – ihr Ergebnis wird entscheiden, wie die Stadt die finanzielle Krise bewältigt.

Nun steht der Stadtrat vor der Wahl: Steuern erhöhen oder strengere Haushaltsauflagen akzeptieren. Beide Optionen werden maßgeblich beeinflussen, ob Bergisch Gladbach Schlüsselprojekte finanzieren und die Dienstleistungen aufrechterhalten kann. Die Weichen für die Zukunft werden am 24. März gestellt – dann muss eine Lösung für das Defizit und die langfristige Finanzsicherheit gefunden werden.

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