Bergisch Gladbach kämpft mit dramatischem Mangel an OGS-Plätzen für 185 Kinder
Elvira ZiegertBergisch Gladbach kämpft mit dramatischem Mangel an OGS-Plätzen für 185 Kinder
Bergisch Gladbach steht vor massivem Mangel an Betreuungsplätzen im Offenen Ganztag
Für das kommende Schuljahr droht Bergisch Gladbach ein erheblicher Engpass bei den Plätzen in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Mindestens 185 Kinder werden ohne Betreuungsplatz bleiben. Besonders prekär ist die Situation an der GGS Moitzfeld, wo die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt.
Stadtweit konkurrieren 240 Schülerinnen und Schüler um nur 140 OGS-Plätze – die Versorgungsquote liegt damit bei etwa 58 Prozent. An der GGS Moitzfeld ist die Lage am dramatischsten: 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch auf Betreuung erhielten wegen Platzmangels eine Absage. Insgesamt werden 32 Kinder, die eigentlich einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung hätten, leer ausgehen.
Die Stadt versucht, die Situation mit einem erweiterten Betreuungsangebot an der GGS Heidkamp zu entlasten. Dort sollen bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr entstehen – zu Kosten von 70 Euro pro Kind und Monat. Doch selbst mit dieser Maßnahme kann die Kommune ihre gesetzliche Verpflichtung, acht Stunden Betreuung pro Tag anzubieten, nicht vollständig erfüllen.
Ohne das erweiterte Programm wäre der Mangel noch größer als die bereits betroffenen 185 Kinder. Das Problem wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, da der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung ausgeweitet wird. Ab dem nächsten Schuljahr haben alle Erstklässler in Deutschland Anspruch auf eine vollumfängliche Ganztagsbetreuung.
Die bisherigen Maßnahmen der Stadt reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Mit der Ausweitung der Anspruchsberechtigung drohen noch mehr Kinder ohne Betreuungsplatz zu bleiben. Die Situation zeigt die wachsende Kluft zwischen den verfügbaren Ressourcen und den steigenden Verpflichtungen auf.
