17 March 2026, 06:21

Berlins legendäres Lettering-Museum schließt nach jahrelangem Kampf um Finanzierung

Schwarz-weiß-Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, mit handgeschriebener Schrift.

Berlins legendäres Lettering-Museum schließt nach jahrelangem Kampf um Finanzierung

Berlins einzigartiges Lettering-Museum schließt am Montag nach Jahren finanzieller Kämpfe seine Türen

Die Sammlung mit rund 3.500 Neonbuchstaben aus Leuchtröhren umfasst ikonische Schilder wie den "Zierfisch" vom Frankfurter Tor. Steigende Kosten und rückläufige Besucherzahlen seit der Pandemie haben die Schließung erzwungen.

Gegründet und geleitet wurde das Museum von Barbara Dechant, unterstützt von einem kleinen Team Ehrenamtlicher und einem Verein mit 120 Mitgliedern. Die Exponate spiegeln Berlins Geschichte wider, mit Schildern aus anderen deutschen Regionen, Österreich und der Schweiz. Viele Stücke sind kulturell bedeutend und zeugen vom städtischen Leben in der DDR und der Nachkriegszeit.

Ein besonderes Highlight ist das Neon-Schild "Zierfisch", das 40 Jahre lang eine Hochhausfassade in Friedrichshain erleuchtete. Anfang der 1980er-Jahre entstanden, wurde das Original 1999 durch eine Replik ersetzt, bevor es abgebaut und in die Sammlung aufgenommen wurde.

Trotz des kulturellen Werts kann sich das Museum die Betriebskosten nicht mehr leisten. Explodierende Energiekosten und ausbleibende Besucher machen die Situation unhaltbar. Die Sammlung bleibt vorerst bis Jahresende an ihrem Standort – ein neuer Standort steht jedoch noch nicht fest.

Die Verantwortlichen suchen nun nach Lagerflächen und einer Partnerinstitution, die die Zukunft des Museums sichern könnte. Ohne Lösung bleibt das Schicksal der Neon-Schätze ungewiss.

Die Schließung markiert das Ende eines Kapitels für ein Museum, das Berlins visuelle Geschichte bewahrt hat. Die Suche nach einem neuen Zuhause geht weiter – das langfristige Überleben der Sammlung hängt von externer Unterstützung ab. Bis dahin verbleiben die Leuchtreklamen an ihrem Platz und warten auf eine Entscheidung über ihre weitere Zukunft.

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