Berlins stiller Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt nerven
Andree TrubinBerlins stiller Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt nerven
In Berlin tickt die Zeit wie eine inoffizielle Währung – jede Sekunde zählt. Doch das schnelle Tempo der Stadt prallt auf eine kleine, aber hartnäckige Plage: die Linkssteher. Das sind die Menschen, die die schnelle Spur auf der Rolltreppe blockieren und in einer Stadt, in der Hektik zum Alltag gehört, alle anderen ausbremsen.
Es gibt eine ungeschriebene Regel auf Berlins Rolltreppen: Rechts stehen, links frei lassen für diejenigen, die gehen wollen. So bleibt alles in Bewegung. Doch die Linkssteher ignorieren das einfach. Sie stellen sich auf die falsche Seite und zwingen die anderen, sich um sie herumzuschlängeln.
Für den Autor wird diese kleine Geste zum Symbol. Sie steht für Berlins seltsame Mischung aus Hast und Gleichgültigkeit. Die Verärgerung gilt nicht nur den verlorenen Sekunden – sie spiegelt eine Stadt wider, in der Effizienz mit nachlässigen Gewohnheiten ringt.
In einer Stadt, in der alle hetzen, bleibt der Linkssteher einfach stehen. Er verwandelt eine einfache Fahrt in eine tägliche Geduldsprobe.
Der stille Konflikt auf der Rolltreppe offenbart eine leise Spannung in Berlin. Die Stadt schätzt Tempo, doch manche Bewohner gehen einfach ihren eigenen Rhythmus. Vorerst bleibt der Linkssteher ein kleines, aber beharrliches Stück urbanen Alltags. Die schnelle Spur hingegen bleibt überfüllt mit denen, die vorankommen wollen.






