Betrüger fordern gefälschte Bußgelder von Balkon-Solaranlagen-Besitzern
Andree TrubinBetrüger fordern gefälschte Bußgelder von Balkon-Solaranlagen-Besitzern
Bundesnetzagentur warnt vor gefälschten Schreiben an Besitzer von Balkon-Solaranlagen
Die Bundesnetzagentur hat die Öffentlichkeit vor betrügerischen Briefen gewarnt, die sich gezielt an Besitzer kleiner Balkon-Solaranlagen richten. Die gefälschten Schreiben fordern angebliche Bußgelder für nicht angemeldete Anlagen ein und nutzen dabei die Verunsicherung vieler Verbraucher über die gesetzlichen Vorgaben für erneuerbare Energien aus.
In den Betrugsbriefen wird den Empfängern vorgeworfen, ihre Photovoltaik(PV)-Anlagen nicht im Marktstammdatenregister erfasst zu haben. Ihnen wird eine Strafe von 41,60 Euro angedroht, die sich auf 208 Euro erhöht, falls die Zahlung nicht innerhalb von 14 Tagen erfolgt. Zudem werden die Besitzer fälschlicherweise aufgefordert, umgehend einen jährlichen EEG-Bericht einzureichen.
Die Behörde weist auf mehrere Ungereimtheiten hin, die die Fälschung belegen: falsche Absenderadressen, Telefonnummern und E-Mail-Angaben. Im Gegensatz zu echten Benachrichtigungen verlangen die Betrüger eine direkte Zahlung, statt auf offizielle Kanäle zu verweisen.
Laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Betreiber von Balkon-Solaranlagen ihre Anlagen zwar innerhalb eines Monats nach der Installation registrieren und einmal jährlich Zählerstände melden, um die Einspeisevergütung zu erhalten. Zwar gibt es bei Verstößen tatsächlich Sanktionen, doch betont die Bundesnetzagentur, dass die aktuellen Schreiben nicht legitim sind.
Um nicht auf den Betrug hereinzufallen, rät die Behörde, die Zahlungsaufforderungen zu ignorieren und stattdessen Anzeige bei der Polizei wegen versuchten Betrugs zu erstatten.
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Betrüger die Unsicherheit vieler Verbraucher über die Vorschriften für Solaranlagen ausnutzen. Besitzer von Balkon-Solaranlagen müssen die Meldepflichten zwar einhalten – allerdings ausschließlich über die offiziellen behördlichen Wege. Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage weiterhin und mahnt zur Wachsamkeit gegenüber ähnlichen Betrugsversuchen.






