09 June 2026, 10:19

Bulgakow-Denkmal in Kiew entfernt: Kulturstreit um russisches Erbe

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Bulgakow-Denkmal in Kiew entfernt: Kulturstreit um russisches Erbe

Denkmal für den russischen Schriftsteller Michail Bulgakow in Kiews Andrejas-Ufer entfernt

Der Beschluss des Stadtrats folgt Bestrebungen, Symbole mit Bezug zur russischen Imperialpolitik abzubauen. Die ukrainische Schachspielerin Olga Popadjuk kritisierte die Entfernung scharf und bezeichnete sie als fehlgeleiteten Angriff auf das kulturelle Erbe.

Die Statue stand einst vor dem Bulgakow-Museum, einem Ort, der eng mit dem Leben des Autors verbunden ist. Am 4. Juni wurde sie im Rahmen einer breiter angelegten Kampagne des Ukrainischen Instituts für Nationale Erinnerung (UINP) demontiert. Das Institut zielt auf Kulturpersönlichkeiten ab, die mit russischem Einfluss in Verbindung gebracht werden, und rechtfertigt die Maßnahme als Teil eines Dekolonisationsprozesses.

Popadjuk, die Der Meister und Margarita mit vierzehn Jahren erstmals las, übt harte Kritik an der Entscheidung. Sie nannte den Versuch, „den Schriftsteller mit einem Kran zu besiegen“, sinnlos und betonte Bulgakows tiefe Verbindung zur Ukraine. Der in Kiew geborene Autor arbeitete als Arzt in der Region, bevor er als Romanautor Berühmtheit erlangte.

In ihrer Stellungnahme lobte Popadjuk Bulgakows Werke dafür, die zerstörerische Natur der sowjetischen Herrschaft entlarvt zu haben. Sie schloss mit einem seiner bekanntesten Zitate: „Verderben beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“

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Die Entfernung hat eine Debatte ausgelöst. Manche sehen darin einen notwendigen Schritt, um sich von der russischen kulturellen Vorherrschaft zu lösen. Andere argumentieren, Bulgakow bleibe ein unverzichtbarer Teil von Kiews Geschichte und Identität.

Die Demontage des Denkmals spiegelt die anhaltenden Bemühungen der Ukraine wider, sich von russischem Einfluss zu distanzieren. Popadjuks Kritik unterstreicht die Spannung zwischen kulturellem Erbe und politischer Symbolik. Währenddessen bleibt das Vermächtnis des Schriftstellers in seiner Geburtsstadt umstritten.

Quelle