CDU in Solingen nimmt Mobbing und digitale Gewalt an Schulen ins Visier
Andree TrubinCDU in Solingen nimmt Mobbing und digitale Gewalt an Schulen ins Visier
Mobbing und digitale Gewalt unter Kindern in Solingen werden in den kommenden Wochen zu einem zentralen politischen Thema. Die örtliche CDU hat eine Anfrage gestartet, um das Ausmaß des Problems an Schulen und Kitas zu ermitteln. Ziel ist es, die bestehenden Präventionsmaßnahmen zu überprüfen und Möglichkeiten zur besseren Unterstützung betroffener Schülerinnen und Schüler zu identifizieren.
Die Initiative der CDU folgt auf bundesweite Studien, die das Ausmaß von Mobbing in Deutschland beleuchten. Laut dem PISA-Bericht von 2022 erleben 21 Prozent der 15-Jährigen mehrmals im Monat Mobbing. Eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse ergab zudem, dass jedes sechste Schulkind in Deutschland bereits mindestens einmal gemobbt wurde.
Übertragen auf Solingen könnten demnach etwa 2.800 Schülerinnen und Schüler betroffen sein. Die CDU möchte wissen, wie viele Kinder in der Stadt aufgrund von Mobbing oder digitaler Gewalt bereits in medizinische oder psychologische Behandlung überwiesen wurden. Lokale Daten zu solchen Überweisungen liegen jedoch nicht vor, da die vorhandenen Statistiken nur größere regionale oder bundesweite Trends abbilden.
Im Rahmen der Anfrage werden auch die Personalschlüssel in Kitas und Grundschulen unter die Lupe genommen – insbesondere die Rolle von hausinternen Fachkräften und externen Anbietern in der Präventionsarbeit. Zudem soll untersucht werden, wie Schulen den Erfolg von Anti-Mobbing-Programmen messen und ob langfristige Verbesserungen nachweisbar sind. Ein weiteres wachsendes Problem, dem sich die CDU widmen will, sind Online-Konflikte, vor allem in Klassenchatgruppen.
Vertreter der Partei betonen, dass die Anfrage nicht als Kritik an Lehrkräften oder Sozialarbeitern zu verstehen sei. Vielmehr solle eine vertiefte Debatte angestoßen werden, wie der Schutz vor Mobbing in Solingen insgesamt gestärkt werden kann.
Die Ergebnisse der CDU-Anfrage sollen die Grundlage für künftige Maßnahmen gegen Mobbing und digitale Gewalt in der Stadt bilden. Schulen und Kitas könnten ihre Präventionsstrategien auf Basis der Erkenntnisse anpassen müssen. Die politische Fokussierung auf das Thema könnte zudem zu gezielteren Hilfsangeboten für betroffene Kinder und ihre Familien führen.






