CSD Dresden 2021: Warum ein Video für falsche Teilnehmerzahlen sorgt
Jolanta MeyerCSD Dresden 2021: Warum ein Video für falsche Teilnehmerzahlen sorgt
Ein online geteiltes Video hat eine Debatte über die Besucherzahlen beim Dresdner Christopher Street Day (CSD) 2021 ausgelöst. Die Aufnahme zeigt einen kleinen Paradewagen mit wenigen Personen, die am Abend des 5. Juni den Altmarkt erreichen. Einige Nutzer in sozialen Medien behaupteten fälschlicherweise, das Video belege 250.000 Teilnehmer – eine Zahl, die weder von der Stadt noch von der Polizei jemals bestätigt wurde.
Das betreffende Video zeigt jedoch nicht die Hauptveranstaltung des CSD. Berichte von MDR und der Sächsischen Zeitung beschreiben die zentrale Parade am 6. Juni als eine deutlich größere Kundgebung mit Tausenden Teilnehmenden und mehreren Wagen auf dem Altmarkt. Die kleineren Demonstrationen am 4. und 5. Juni waren kurzfristig angemeldet worden, nachdem es einen Rechtsstreit mit der sächsischen Landesdirektion gegeben hatte.
Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte entschieden, dass der gesamte CSD als Versammlung zu werten sei, und damit die Versammlungsfreiheit priorisiert. Einige Accounts, die das Video teilten, wiesen ihre Inhalte zwar als Satire aus – in den Kommentaren darunter fanden sich jedoch auch homophobe Hasskommentare. Weder die Stadt Dresden noch lokale Medien haben jemals von 250.000 Besuchern beim CSD 2021 berichtet.
Auf der Veranstaltungswebsite heißt es, dass seit 1994 insgesamt rund 260.000 Menschen an CSD-Demonstrationen in Dresden teilgenommen haben. Seit 2004 zählte das politische Straßenfest etwa 310.000 Besucher. Das kursierende Video vermittelt ein falsches Bild vom Umfang der Feierlichkeiten 2021.






