Deutsche fürchten um ihre Wasserversorgung – Experten warnen vor Sabotage und Extremwetter
Andree TrubinDeutsche fürchten um ihre Wasserversorgung – Experten warnen vor Sabotage und Extremwetter
Deutsche sorgen sich zunehmend um die Sicherheit ihrer Wasser- und Abwassersysteme
Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung hält die Infrastruktur des Landes für nicht widerstandsfähig genug, um Krisen zu bewältigen. Experten warnen nun vor Sabotage, Cyberangriffen und Extremwetter als ernsthafte Risiken für die Versorgungssicherheit.
Vor diesem Hintergrund fordern Branchenvertreter verstärkte Schutzmaßnahmen. Der anstehende Kongress Security Under Control in Duisburg widmet sich diesen Herausforderungen mit praxisnahen Lösungen für Cybersicherheit, Bedrohungserkennung und Klimaanpassung.
Tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung
Die Umfrageergebnisse offenbaren große Sorgen: 63 Prozent der Befragten glauben, Deutschland sei auf Wasserversorgungskrisen schlecht oder gar nicht vorbereitet. Nur 3 Prozent bewerten die Vorbereitung als sehr gut. Die Ängste sind weit verbreitet: 91 Prozent sehen Störungen der Abwasserentsorgung als ernsthafte Gefahr, 67 Prozent fürchten physische Sabotageakte und 66 Prozent Cyberangriffe.
Diese Befürchtungen haben in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Katastrophen wie die Flut im Ahrtal 2021, bei der über 180 Menschen starben und ein Schaden von 40 Milliarden Euro entstand, haben das Bewusstsein geschärft. Aktuellere Ereignisse wie Sturm Boris 2024 überlasteten Kläranlagen und sorgten für breite Medienberichterstattung. Regierungsberichte, darunter eine Risikobewertung des Bundesamts für Gewässerkunde aus dem Jahr 2023, stufen Extremwetter mittlerweile als Hochrisikofaktor ein.
Fachleute drängen auf schnelles Handeln
Experten fordern nun konsequente Maßnahmen. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, betont, dass Wassersicherheit als Frage der nationalen Sicherheit behandelt werden müsse. Philipp Eisenmann, Ausstellungsleiter, und Wolf Merkel vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) plädieren für eine kombinierte Strategie aus physischem Schutz, digitaler Resilienz und Klimaanpassung, um die Versorgungsnetze abzusichern.
Der Kongress Security Under Control am 17. und 18. März konzentriert sich auf konkrete Lösungsansätze. Themen sind unter anderem Bedrohungserkennung in operativen Technologieumgebungen (OT), sichere Netzwerkarchitekturen sowie die Einhaltung neuer Vorschriften wie der NIS-2-Richtlinie und des Cyber Resilience Act. Parallel dazu präsentiert die Umwelttechnologiemesse IFAT Munich Innovationen für widerstandsfähige Wasser- und Abwassersysteme.
Handlungsdruck wächst
Umfrage und Expertenwarnungen unterstreichen die Belastung für Deutschlands Wasserinfrastruktur. Da die meisten Bürger die Krisenfestigkeit des Systems anzweifeln, rückt nun die Umsetzung praktischer Maßnahmen in den Fokus. Der anstehende Kongress und die Fachmesse sollen Werkzeuge und Strategien liefern, um die Versorgungsnetze gegen wachsende physische, digitale und klimabedingte Bedrohungen zu wappnen.
Sicherheit unter Kontrolle Kongress für März bestätigt – wichtige Details bekanntgegeben
Der bevorstehende Security Under Control Kongress in Duisburg findet nun vom 17.-18. März statt und hat bereits über 170 Teilnehmer angemeldet. Der Event wird sich mit folgenden Themen beschäftigen:
- 14 ausgewählte Vorträge, die sich mit CRA, NIS-2-Compliance, AI-Sicherheit und Cloud-Integration befassen
- Sicherheitsfragen im Bereich der Betriebstechnik (OT), die speziell auf die Wasserversorgung zugeschnitten sind
- Regelwerke, wie z.B. das Cyber Resilience Act, die die Branchenprioritäten beeinflussen