22 March 2026, 00:25

Deutschlands Atommüll-Tour beginnt: Erste Castor-Transporte rollen nach 40 Jahren Wartezeit

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, während eine maskierte Menge Taschen hält, in einer städtischen Umgebung mit Gebäuden, einem Laternenpfahl, Fahnen und einem bewölkten Himmel.

Deutschlands Atommüll-Tour beginnt: Erste Castor-Transporte rollen nach 40 Jahren Wartezeit

Deutschlands Atommüll-Dilemma nimmt eine neue Wendung: Noch in dieser Woche sollen die ersten Transporte vom Forschungszentrum Jülich starten – 40 Jahre nach der Einlagerung des strahlenden Erbes ist eine endgültige Lösung weiter nicht in Sicht. Unterdessen hat die politische Debatte über die Kernenergie neuen Auftrieb erhalten, angetrieben von Persönlichkeiten wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron.

Im Mittelpunkt steht derzeit die Diskussion um "kleine modulare Reaktoren" (SMR) – kompakte, industriell gefertigte Anlagen, die mit minimalem Abfall werben. Doch trotz des Hypes gibt es weltweit noch keinen einzigen betriebsbereiten SMR.

Der Versuchsreaktor in Jülich wurde bereits 1988 abgeschaltet, doch seine Hinterlassenschaft belastet bis heute: 152 Castor-Behälter mit radioaktivem Abfall lagern seit Jahrzehnten in einem Zwischenlager. Seit über zehn Jahren betreibt die Anlage ohne gültige Genehmigung – mit juristischen Auseinandersetzungen und politischen Streitigkeiten als Folge.

Nächste Woche beginnt die Verlegung der ersten Behälter nach Ahaus. Mehr als 50 Einzeltransporte sind geplant, obwohl auch die Genehmigung des Ahauser Lagers 2036 ausläuft. Der Umzug erfolgt trotz jahrelangen Widerstands der Stadt und von Atomkraftgegnern, die die Operation bisher nicht stoppen konnten.

Von insgesamt 405 geplanten Castor-Behältern sollen zunächst nur 84 in den kommenden Jahren transportiert werden. Die meisten werden per Bahn von Jülich durch Nordrhein-Westfalen nach Ahaus gebracht, voraussichtlich ab 2026 – sofern die notwendigen Genehmigungen erteilt werden. Das Forschungszentrum Jülich betont seit Langem, den Müll nicht länger behalten zu wollen, doch die Frage der Endlagerung bleibt ungeklärt.

Während europäische Führungskräfte die Kernenergie wieder als Option ins Spiel bringen, kämpft Deutschland weiterhin mit der Bewältigung seines bestehenden Atommülls. Zwar versprechen SMR eine sauberere Zukunft, doch das Land ringt nach wie vor mit den Altlasten vergangener Atomprojekte.

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Der Abtransport aus Jülich markiert einen weiteren Schritt in Deutschlands langjähriger Atom-Geschichte. Ohne eine endgültige Lagerstätte in Aussicht werden die Behälter vorerst bis mindestens 2036 in Ahaus verbleiben. Die Debatte über die Rolle der Kernenergie geht weiter – doch die drängende Frage bleibt: Wohin mit dem Müll, der bereits da ist?

Quelle