DGB warnt: NRW-Schulen steuern auf Bildungskrise zu – und fordert Milliarden-Investitionen
Adalbert BiggenDGB fordert mehr Geld für Schulen in NRW trotz Rekordhaushalt - DGB warnt: NRW-Schulen steuern auf Bildungskrise zu – und fordert Milliarden-Investitionen
DGB fordert Nordrhein-Westfalen zu höheren Investitionen in Schulen auf
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) aufgefordert, deutlich mehr in seine Schulen zu investieren. Eine aktuelle Studie deckt gravierende Defizite bei den Schülerleistungen auf – besonders im Ruhrgebiet. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die bisherigen Ausgaben den bildungspolitischen Ansprüchen des Landes nicht gerecht werden.
Eine vom DGB in Auftrag gegebene Untersuchung von Torsten Windels zeigt, dass NRW bei den Bildungsinvestitionen hinter anderen Bundesländern zurückliegt. In den vergangenen zwölf Jahren gab das Land nur 10,1 Prozent seines Haushalts für Schulen aus – im Vergleich zu 16,2 Prozent in Bayern und 15,4 Prozent in Baden-Württemberg. Trotz der Behauptung, es gebe Rekordmittel, betont der DGB, dass die Realität weit hinter den Ankündigungen zurückbleibt.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem neue Bildungsstudien aus dem Ruhrgebiet besorgniserregende Lücken bei Grundkompetenzen offenlegen. Rund ein Drittel der Grundschüler verfehlt die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik, bevor sie auf weiterführende Schulen wechseln. Bis zum Ende der zehnten Klasse erreichen 85 Prozent der Schüler nicht die geforderten Sprachkenntnisse.
DGB-Landesvorsitzende Anja Weber warf der Landesregierung vor, Fortschritte zu beschönigen. Windels schlug vor, die neu gewonnene finanzielle Flexibilität zu nutzen, um schnell Mittel aus einer Milliarden-Sonderreserve freizugeben. Gleichzeitig betonte er, dass die Bildungsausgaben drastisch steigen müssten, um die selbstgesteckten Ziele NRWs zu erreichen.
Laut DGB-Schätzungen aus dem Jahr 2023 benötigt NRW in den kommenden zehn Jahren öffentliche Investitionen in Höhe von 156 Milliarden Euro, um seine Zukunft zu sichern. Die Gewerkschaft warnt: Ohne sofortiges Handeln werde das Bildungsniveau weiter sinken.
Der DGB-Bericht fordert eine unverzügliche Erhöhung der Mittel, um die Bildungskrise in NRW zu bewältigen. Angesichts nachlassender Schülerleistungen und rückständiger Investitionen im Vergleich zu anderen Ländern pocht die Gewerkschaft auf rasches Regierungshandeln. Der vorgeschlagene 156-Milliarden-Plan soll den Negativtrend in den nächsten zehn Jahren umkehren.






