14 March 2026, 14:23

Dinslakens erster Stadt-Dialog: Bürger debattieren mit OB über Haushalt und Freibad-Pläne

Eine belebte Stadtstraße mit zahlreichen Fußgängern, Gebäuden, Ständen, einem Baum, einem Schild, einer Eisenbahnschiene und einem bewölkten Himmel.

Dinslakens erster Stadt-Dialog: Bürger debattieren mit OB über Haushalt und Freibad-Pläne

Dinslakens erster "Stadt-Dialog": Bürger diskutieren mit Oberbürgermeister über Haushalt und lokale Projekte

Am 11. März 2026 fand in Dinslaken der erste "Stadt-Dialog" im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in Hiesfeld statt. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger trafen sich mit Oberbürgermeister Simon Panke und Stadtkämmerer Achim Thomae, um über den anstehenden Haushaltsplan der Stadt sowie drängende kommunale Themen zu sprechen. Im Mittelpunkt standen dabei Sorgen über steigende Kosten, Infrastrukturvorhaben und Verwaltungsreformen.

Bei der Veranstaltung wurden auch Pläne für neue Projekte vorgestellt, darunter ein geplanter Standort für ein Freibad, den die Wasserverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) vorantreiben. Da der Haushalt am 26. März zur Abstimmung im Stadtrat steht, stellten die Anwesenden Fragen zu Steuererhöhungen, Schulneubauten und ob frühere Maßnahmen die aktuelle Haushaltslage hätten entlasten können.

Thomae erläuterte im Verlauf der Diskussion geplante Sparmaßnahmen, zu denen auch eine Anhebung der Grundsteuer B (für bebaute Grundstücke) gehört. Für Eigentümer eines Einfamilienhauses bedeutet dies eine monatliche Mehrbelastung von etwa 26 Euro, bei Gewerbeimmobilien steigen die Kosten um 25 Euro. Mieter in einem Sechsparteienhaus müssen im Schnitt mit einem Aufschlag von rund 5,30 Euro pro Monat rechnen.

Kritisch hinterfragt wurden die geplanten Steuererhöhungen, interne Verwaltungsänderungen sowie Verzögerungen bei Projekten wie der Eisbahn und Schulbauten. Zudem gab es Vorbehalte gegenüber hoher Fehlzeiten in der Stadtverwaltung und der Frage, ob frühere Weichenstellungen manche der heutigen Herausforderungen hätten vermeiden können. Trotz teilweise angespannter Stimmung wurde die Veranstaltung gelobt, da sie den Dialog fördere und Bürgern eine Stimme gebe, die sonst oft ungehört bleiben.

Bundeszuschüsse fließen in zentrale Vorhaben, darunter eine neue Turnhalle für die EBGS-Schule, die Sanierung der Feuerwehrwache in Eppinghoven sowie die Umrüstung von Straßenlaternen auf energieeffiziente LEDs. Parallel dazu schlägt die EGLV vor, das Freibad in Hiesfeld zu entwickeln – Vertragsverhandlungen laufen bereits. Die Wasserverbände verfügen über Erfahrung mit vergleichbaren Projekten, etwa der Renaturierung der Emscher in Dortmund (2022–2025), die heute Kanustrecken und Uferwege bietet, oder der Aufwertung des Rhein-Herne-Kanals in Herne und Bochum (2023) mit Freizeithäfen und Radwegen. Geplant sind zudem die Revitalisierung der Lippe in Essen (ab 2026) sowie ein Multisport-Wasserzentrum in Gelsenkirchen bis 2027.

Ein weiterer Stadt-Dialog ist für den Herbst vorgesehen. Bürger mit offenen Fragen können sich für Nachfragen an das Büro des Oberbürgermeisters wenden.

Der Haushaltsplan wird am 26. März 2026 im Stadtrat zur Abstimmung stehen. Die Erhöhung der Grundsteuer tritt in Kürze in Kraft und betrifft Hausbesitzer, Unternehmen und Mieter unterschiedlich. Gleichzeitig schreiten die Infrastrukturprojekte voran – unterstützt durch Bundesfördergelder und Initiativen der Wasserverbände. Weitere öffentliche Diskussionen sind für später in diesem Jahr geplant.

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