14 March 2026, 12:19

Düsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft ums Überleben – warum die Auflage dramatisch sinkt

Eine Zeitung mit einer Zeichnung von zwei Personen, wobei eine sitzt und die andere steht, mit der Aufschrift "Die Obdachlosen"

Düsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft ums Überleben – warum die Auflage dramatisch sinkt

Düsseldorfs Straßenmagazin fiftyfifty verkauft sich schlechter denn je

Das von obdachlosen und marginalisierten Verkäufer:innen angebotene fiftyfifty-Magazin verzeichnet einen drastischen Rückgang seiner monatlichen Auflage. Während einst 40.000 Exemplare gedruckt wurden, liegen die Verkaufszahlen heute bei unter 12.000. Der Schwund spiegelt nicht nur die allgemeinen Herausforderungen der Printmedien wider, sondern auch eine wachsende Feindseligkeit gegenüber Straßenverkäufer:innen – insbesondere gegenüber denen mit Migrationshintergrund.

Für viele Obdachlose ist das Magazin eine Überlebenshilfe: Es bietet die Möglichkeit, Geld mit Würde zu verdienen. Die Verkäufer:innen beschreiben es als Symbol für Zugehörigkeit und Schutz. Doch fiftyfifty ist mehr als nur eine Einnahmequelle – es dient auch als Sprachrohr, das auf Ungerechtigkeiten aufmerksam macht und sich gegen die Diskriminierung benachteiligter Gruppen einsetzt.

Um die steigenden Kosten zu decken, wurde der Preis pro Ausgabe auf 3,40 Euro angehoben. Das Magazin erscheint sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form, wobei die Online-Version wie eine Loskarte funktioniert: Die Verkäufer:innen erhalten weiterhin die Hälfte des Verkaufserlöses. Zudem unterstützen Künstler:innen das Projekt, indem sie Werke spenden, deren Erlös soziale Initiativen finanziert.

Die Einnahmen aus Verkäufen und Spenden sichern nicht nur das Überleben des Magazins, sondern auch die Sichtbarkeit seiner weiteren Projekte. Dazu gehören Straßenhilfeprogramme, tierärztliche Versorgung für herrenlose Hunde und Wohnrauminitiativen. Ohne fiftyfifty, warnen die Verantwortlichen, stünden viele dieser Vorhaben auf dem Spiel.

Der Auflagenrückgang ist Teil eines europaweiten Trends: Straßenzeitungen kämpfen mit sinkenden Verkaufszahlen. Gründe dafür sind geringere Passant:innenzahlen, die Verlagerung hin zu digitalen Inhalten und die Konkurrenz durch Online-Plattformen. Hinzu kommt, dass in einigen Städten weniger obdachlose Menschen auf den Straßen sichtbar sind – was die Verkäufe zusätzlich belastet.

Die Zukunft des Magazins hängt davon ab, ob es gelingt, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen, ohne seine Kernaufgabe aus den Augen zu verlieren. Sein Fortbestand ist entscheidend für die Verkäufer:innen, die auf das Einkommen und die Unterstützung angewiesen sind. Ohne gezielte Maßnahmen könnten wichtige soziale Projekte, die mit fiftyfifty verbunden sind, in Gefahr geraten.

Quelle