"Enkeltrick 2.0": Wie Betrüger ältere Menschen mit Schock-Anrufen um Millionen prellen
Adalbert BiggenAktionswoche gegen Schockanrufe - So arbeiten die Täter - "Enkeltrick 2.0": Wie Betrüger ältere Menschen mit Schock-Anrufen um Millionen prellen
Ältere Menschen in Deutschland sehen sich zunehmend mit "Schock-Anrufen" konfrontiert
In Deutschland werden ältere Bürger immer häufiger Opfer von Betrugsmaschen, bei denen Kriminelle sich als in Not geratene Angehörige ausgeben. Die Täter nutzen gezielt Angst aus, um ihre Opfer zur Überweisung von Geld zu drängen – oft mit Hilfe von Telefonbüchern und Messengerdiensten, um glaubwürdig zu erscheinen. Die Polizei warnt, dass die tatsächliche Zahl der Fälle weit höher liegen könnte als offiziell gemeldet.
Typischerweise beginnt der Betrug mit einem Anruf oder einer Nachricht, bei dem sich jemand als Enkelkind oder naher Verwandter ausgibt. Die Betrüger erfinden dringende Notlagen – etwa einen Unfall oder rechtliche Probleme –, um ihre Opfer unter Druck zu setzen und sie zur sofortigen Geldübergabe zu bewegen. Durch die emotionale Erpressung bringen sie die Opfer dazu, unüberlegt zu handeln.
Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 2023 3.068 Fälle mit Tätern aus dem Ausland registriert, wobei der Schaden über 1,2 Millionen Euro betrug. Doch 2024 stieg die Zahl der Vorfälle mit inländischen Tätern auf 514, wobei die Opfer hier rund 9,4 Millionen Euro verloren. Die Behörden vermuten, dass viele Fälle im Dunkeln bleiben, da ältere Menschen sich oft schämen oder nicht wissen, wie sie reagieren sollen.
Mittlerweile nutzen die Betrüger auch Plattformen wie WhatsApp, um seriöser zu wirken – manchmal imitieren sie sogar die Stimme eines Angehörigen. Die Polizei rät dringend, sofort aufzulegen, keine persönlichen Daten preiszugeben und unter keinen Umständen unter Druck Geld zu überweisen. Stattdessen sollten Betroffene umgehend die örtliche Polizeidienststelle kontaktieren und den Vorfall melden.
Einige Bundesländer, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, haben bereits Aufklärungskampagnen gestartet, um die Bevölkerung zu warnen. Da die Täter ihre Methoden jedoch ständig anpassen, betonen die Behörden die Notwendigkeit permanenter Wachsamkeit.
Die finanziellen und emotionalen Folgen dieser Betrugsmaschen bleiben gravierend – tausende ältere Menschen sind gefährdet. Die Polizei ermittelt weiter, doch der beste Schutz liegt in öffentlicher Aufklärung und schnellem Handeln. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte die Geschichte zunächst eigenständig überprüfen, bevor er aktiv wird.






