23 April 2026, 20:21

Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsbremse

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" mit einem Logo, das die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 fordert.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsbremse

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, fordert die Abschaffung oder eine grundlegende Reform des EU-Emissionshandels (ETS). Seiner Ansicht nach schadet das aktuelle System der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, ohne gleichzeitig die globalen Emissionen wirksam zu senken. Auch die geplante CO₂-Grenzausgleichsabgabe der EU lehnt er als undurchführbar und übermäßig komplex ab.

Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert, indem es Obergrenzen für Treibhausgasemissionen festlegt und Unternehmen den Handel mit Zertifikaten ermöglicht. Kullmann argumentiert jedoch, dass dieser Ansatz europäische Unternehmen heute benachteilige. Während Konkurrenten in anderen Regionen von niedrigeren Energiekosten und staatlicher Förderung profitierten, hätten europäische Industrien durch das ETS höhere Belastungen zu tragen.

Zudem zweifelt Kullmann daran, ob die EU den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) tatsächlich durchsetzen kann. Die Maßnahme bezeichnet er als "bürokratischen Trick", der andere Länder nicht dazu bringen werde, ihre eigenen Emissionen zu reduzieren. Stattdessen warnt er, Europa werde weiterhin Waren aus Ländern mit hohen Emissionen importieren – ohne dass sich etwas Grundlegendes ändere.

Seine Kritik kommt zu einer Zeit, in der Evonik unter seiner Führung weltweit zu den Vorreitern bei der Emissionsreduzierung gehört. Dennoch betont Kullmann, die globale Prioritätensetzung habe sich verschoben: Immer mehr Staaten stellten nun wirtschaftliche Eigeninteressen über gemeinsame Klimaziele. Das aktuelle CO₂-Preis-System passe nicht mehr in diese Realität, so der Manager.

Kullmanns Forderungen spiegeln die wachsenden Spannungen zwischen Klimapolitik und industrieller Wettbewerbsfähigkeit in Europa wider. Bleibe das ETS unverändert, drohten europäische Unternehmen im Wettbewerb mit Konkurrenten aus Ländern mit niedrigeren Kosten und lascheren Umweltauflagen ins Hintertreffen zu geraten. Sein Aufruf zur Reform steht damit für eine grundsätzliche Debatte: Wie kann die EU ihre Klimaziele mit wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit in Einklang bringen?

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