Ford streicht fast 1.000 Jobs in Köln – Elektroauto-Krise zwingt zum radikalen Sparkurs
Jolanta MeyerBogeyman der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford streicht fast 1.000 Jobs in Köln – Elektroauto-Krise zwingt zum radikalen Sparkurs
Ford hat in diesem Jahr fast 1.000 Stellen am Standort Köln gestrichen, da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nachlässt. Das Unternehmen stellte die Produktion von zwei auf eine Schicht um – ein drastischer Abbau der Belegschaft in Deutschland. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Sparprogramms, mit dem die Profitabilität nach enttäuschenden Absatzzahlen bei E-Autos wiederhergestellt werden soll.
Noch 2019 beschäftigte das Kölner Werk 18.000 Mitarbeiter, doch die Zahlen sanken stetig. Heute liegt die Belegschaft bei etwa 9.000 – ein Rückgang von rund 10.500 zu Jahresbeginn. Ford verzichtete bisher auf betriebsbedingte Kündigungen und bot stattdessen freiwillige Abfindungsprogramme an, die rund 2.100 Beschäftigte annahmen. Weitere 800 Arbeitsplätze werden im Zuge von Unternehmensverkäufen verlagert.
Insgesamt strebt der Konzern den Abbau von 2.900 Stellen an, um die Kosten zu senken. Dazu führt Ford Gespräche mit potenziellen Käufern für die Sparten Werkzeugbau und Druckguss. Bis März 2026 hatten sich rund 20 Investoren – darunter deutsche Industrieunternehmen und globale Zulieferer – interessiert gezeigt. Bisher kam jedoch keine endgültige Einigung zustande.
Die schwache Nachfrage nach Elektroautos trieb Ford Deutschland in die Verlustzone. Der Restrukturierungsplan zielt darauf ab, die Ausgaben zu reduzieren, ohne die Produktionseffizienz zu gefährden. Die Umstellung auf eine Schicht spiegelt den geringeren Ausstoß wider, der sich an den Marktbedingungen orientiert.
Die Belegschaft in Köln ist damit auf dem niedrigsten Stand seit Jahren – weitere Veränderungen zeichnen sich ab, sobald die Verkaufsverhandlungen voranschreiten. Fords Weg zurück in die Gewinnzone hängt entscheidend von diesen Einschnitten und operativen Anpassungen ab. Über den Verkauf der Werkzeugbau- und Druckguss-Sparten steht eine finale Entscheidung noch aus.