Hanse Merkur setzt auf KI-Medizin und prägt das BIG BANG AI FESTIVAL 2025
Jolanta MeyerHanse Merkur setzt auf KI-Medizin und prägt das BIG BANG AI FESTIVAL 2025
Das BIG BANG AI FESTIVAL – einst eine gesundheitsorientierte Veranstaltung in Essen – hat sich zu einem der wichtigsten B2B-KI-Events entwickelt und ist nun in Berlin beheimatet. In diesem Jahr rückte die private Krankenversicherung Hanse Merkur in den Mittelpunkt, indem sie die bisherige „Merkur Stage“ in „Hanse Merkur Stage“ umbenannte. Das Unternehmen will damit seine Vorreiterrolle bei der Entwicklung KI-gestützter Gesundheitslösungen unterstreichen – und gleichzeitig die zentralen Herausforderungen des Sektors angehen.
Auf dem Festival diskutierten Branchenführer über die Rolle künstlicher Intelligenz in der Medizin. Eric Bussert von Hanse Merkur und Professor Jochen A. Werner tauschten sich über Hürden und Chancen aus, die die KI für Ärzte, Patienten und Versicherer mit sich bringt.
Das BIG BANG AI FESTIVAL startete 2021 als Innovationsplattform für Gesundheitslösungen in Essen. Mittlerweile hat es sich zu einem übergreifenden B2B-KI-Event weiterentwickelt und ist nach Berlin umgezogen. Dass Hanse Merkur nun eine eigene Bühne auf dem Festival gestaltet, zeigt: Das Unternehmen will die digitale Gesundheit nicht nur finanzieren, sondern aktiv mitgestalten.
Eric Bussert, Vertreter der Versicherung, nannte drei zentrale Hindernisse für den KI-Einsatz im Gesundheitswesen: Bedenken bei der Datennutzung, die Bereitschaft der Patienten, neue Technologien anzunehmen, sowie finanzielle Engpässe. Hanse Merkur verstehe sich dabei nicht nur als Förderer, sondern als aktiver Teil des digitalen Gesundheitsökosystems, betonte er.
Professor Jochen A. Werner verwies in einer E-Mail an Bussert darauf, dass Deutschlands Problem mit KI weniger in mangelndem Forschungswissen liege als vielmehr in der Umsetzung der Erkenntnisse in die medizinische Praxis. In den Diskussionen waren sich beide einig: KI solle die menschliche Komponente in der Arzt-Patienten-Beziehung unterstützen – nicht ersetzen. Gleichzeitig forderten sie mehr digitale Souveränität für medizinisches Fachpersonal.
Hanse Merkur setzt bereits KI-basierte Lösungen ein, etwa ein mobiles Mini-EKG-Gerät zur Früherkennung von Herzrhythmusstörungen, das helfen soll, Schlaganfälle zu verhindern. Gemeinsam mit Partnern wie Avi Medical entwickelt das Unternehmen neue digitale Versorgungswege. Diese Initiativen passen zu dem übergeordneten Ziel, Technologie zu integrieren – ohne dabei die patientenzentrierte Versorgung aus den Augen zu verlieren.
Das Festival 2025 markierte einen Wandel: Aus der „Merkur Stage“ wurde die „Hanse Merkur Stage“ – ein Zeichen für das stärkere Engagement des Versicherers in der KI-gestützten Medizin. Die Debatten zeigten, wie dringend es bessere Datenmanagement-Strukturen, mehr Patientenvetrauen und nachhaltige Finanzierungsmodelle braucht. Sowohl Bussert als auch Werner betonten: Erfolgreiche KI-Implementierung gelingt nur, wenn technologischer Fortschritt und die grundlegenden Werte der Medizin im Gleichgewicht bleiben.






