28 June 2026, 14:15

Humboldt Forum: Zwischen kolonialer Last und kultureller Zukunftsvision

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Zwischen kolonialer Last und kultureller Zukunftsvision

Das Humboldt Forum in Berlin ist zu einem Kristallisationspunkt der Debatten über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt geworden. Trotz seines ambitionierten Kulturprogramms sieht sich die Institution weiterhin mit Kritik an ihren kolonialen Verstrickungen und der architektonischen Gestaltung konfrontiert.

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Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst haben hier ihr neues Zuhause gefunden. Die Ausstellungen zogen im vergangenen Jahr rund 634.000 Besucher an – deutlich weniger als die 13 Millionen des Louvre. Die meisten Gäste sind Touristen, obwohl sich das Programm mit zentralen Themen wie dem Schwinden demokratischer Werte und globaler Ungerechtigkeit auseinandersetzt.

Das kulturelle Angebot des Forums steht dem eines großen Theaters in nichts nach. Doch die schiere Größe des Gebäudes überlagert oft die Veranstaltungen. Werke wie Sarah Ama Duahs Performance „to build to bury to remember“ hinterfragen koloniale Perspektiven, indem sie Objekte als autonome Körper präsentieren.

Finanziert wurde das Projekt von vermögenden konservativen Spendern, die preußische Pracht in Berlin wiederbeleben wollten. Viele Kritiker werfen dem Forum vor, es wirke zu sehr wie ein Palast und zu wenig wie ein Teil der Stadt. Manche beschreiben es als befremdlich – wie jemand, der auf einer Party im falschen Raum verweilt und nicht recht ins Gespräch findet.

Das Humboldt Forum bleibt ein Ort hochkarätiger Debatten und kultureller Experimente. Die Besucherzahlen und das touristenlastige Publikum spiegeln die anhaltenden Herausforderungen wider. Die Institution bewegt sich weiterhin zwischen ihrer komplexen Vergangenheit und der Ausrichtung zukunftsweisender Kunst- und Diskursformate.

Quelle