15 March 2026, 04:17

Illegale Abfallentsorgung in NRW: 23.000 Tonnen Giftmüll aufgedeckt und ein Verdächtiger in Haft

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllablagerungen und Verschmutzungen" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Illegale Abfallentsorgung in NRW: 23.000 Tonnen Giftmüll aufgedeckt und ein Verdächtiger in Haft

Ein 63-jähriger Abfallhändler aus Unna sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert, nachdem Ermittler ein großangelegtes illegales Abfallgeschäft aufgedeckt haben. Seit Januar 2024 wird ihm und seinen Komplizen vorgeworfen, gefährliche Abfälle umgelenkt, umdeklariert und auf mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen illegal entsorgt zu haben. Der Mann befindet sich seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft, während die Behörden die Ermittlungen fortsetzen.

Die Untersuchungen begannen vor eineinhalb Jahren und richteten sich gegen ein kriminelles Netzwerk, das im Verdacht steht, gefährliche Abfälle illegal beseitigt zu haben. Eine der spektakulärsten Entdeckungen betraf 23.000 Tonnen belastete Erde, die auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgelagert worden war. Die Behörden vermuten zudem, dass auch der Tagebau Garzweiler zu den betroffenen Orten gehören könnte.

Der Beschuldigte ist kein Unbekannter in Sachen Umweltstraftaten. Zwischen 2010 und 2013 stand er im Zusammenhang mit der illegalen Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in Schermbeck. Erst kürzlich wurden bei einer Durchsuchung seines Fahrzeugs 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände sichergestellt.

Obwohl noch keine Unternehmen in Nordrhein-Westfalen offiziell als Beschuldigte benannt wurden, gehen die Ermittler davon aus, dass mehrere Abfallentsorgungs-, Transport- und Baufirmen in das System verwickelt sind. Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen rechtliche Schritte ein, um Abfallproduzenten und -lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für unsachgemäß entsorgte Materialien auf einem ehemaligen Industriegelände zur Verantwortung zu ziehen.

Der Fall wird weiterhin von der Zentralstelle für Umweltkriminalität aktiv untersucht. Die Vorgeschichte des Beschuldigten in Verbindung mit dem Ausmaß der jüngsten Funde deutet auf eine langjährige und organisierte Umgehung von Entsorgungsvorschriften hin. Die Behörden prüfen weiterhin die Reichweite des Netzwerks und die möglichen Umweltfolgen.

Quelle