16 March 2026, 10:19

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Proteste gegen Zugangsbeschränkung wachsen

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür am Boden.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Proteste gegen Zugangsbeschränkung wachsen

Kölner Dom: Eintrittsgelder sorgen für heftige Kritik

Der Kölner Dom, eine der bekanntesten katholischen Kirchen der Welt, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Nun haben Pläne zur Einführung eines Eintrittsgelds starken Widerstand in der Öffentlichkeit und bei Fachleuten ausgelöst. Die Debatte spiegelt größere Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu Deutschlands historischen und religiösen Wahrzeichen wider.

Der Vorschlag, Besucher künftig zur Kasse zu bitten, kommt nach Jahren steigender Instandhaltungskosten für das 150 Jahre alte Bauwerk. Die Verantwortlichen haben angekündigt, dass die Gebühren voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte eingeführt werden, wobei die genaue Höhe noch nicht feststeht.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich deutlich gegen die Pläne ausgesprochen. Sie argumentiert, der Dom sei ein "missionarisches Geschenk der Kirche" und ein prägendes Symbol für Köln. Ein Eintrittsgeld würde ihrer Meinung nach den grundlegenden Charakter des Gebäudes verändern und Besucher abschrecken.

Der öffentliche Widerstand ist massiv. In den vergangenen fünf Jahren stießen ähnliche Vorhaben – wie etwa der 2024 diskutierte Plan für Lübecks Holstentor – auf scharfe Kritik. In Köln sammelte eine Petition gegen die Gebühren bereits über 100.000 Unterschriften. Kritiker warnen, solche Kosten würden den Zugang zum kulturellen Erbe einschränken. Einige Befürworter erkennen jedoch an, dass zusätzliche Mittel für den Erhalt der Stätte notwendig sind.

Unklar bleibt vorerst, wie die künftige Eintrittspolitik des Doms aussehen wird, da die genauen Gebühren noch nicht festgelegt sind. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für ein Wahrzeichen, das lange als für alle offen galt. Die Entscheidung könnte auch Signalwirkung für andere historische Stätten in Deutschland haben, die zwischen Denkmalschutz und öffentlichem Zugang abwägen müssen.

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