Mainzer Dreigroschenoper bricht mit Tradition – und begeistert das Publikum
Jolanta MeyerMainzer Dreigroschenoper bricht mit Tradition – und begeistert das Publikum
Das Staatstheater Mainz präsentiert eine frische, spielerische Interpretation der Dreigroschenoper
Das Staatstheater Mainz hat mit Die Dreigroschenoper, einem der ikonischsten Stücke des 20. Jahrhunderts, eine neue, verspielt-modernisierte Fassung auf die Bühne gebracht. Regisseur Jan Neumann verbindet Brechts scharfe Gesellschaftskritik mit einer selbstironischen, humorvollen Note. Die Premiere erntete lang anhaltenden Applaus für Ensemble, Orchester und das kreative Team.
Am 27. September erstrahlte die Fassade des Theaters im Rahmen von Mainz leuchtet mit Zitaten aus Brechts Werk. Die Inszenierung selbst wagt mutige Brüche mit der Tradition: So übernimmt Anika Baumann als Bettlerin Die Moritat von Mackie Messer – nicht im üblichen Bariton, sondern mit einer überraschend markanten Sopranstimme.
Die Handlung folgt Mackie Messer (Henner Momann), einem berüchtigten Londoner Verbrecher, der Polly Peachum (Maren Schwier) heiratet – sehr zum Zorn ihres Vaters Jonathan (Holger Kraft). Als Kopf eines lukrativen Bettelsyndikats sieht Peachum in der Hochzeit eine Bedrohung für sein Geschäft. Neumanns Regie verweist dabei sogar auf Brechts eigenes finanzielles Geschick: Der Dramatiker behielt 65 Prozent der Einnahmen, während seine Mitautorin Elisabeth Hauptmann nur 12,5 Prozent erhielt.
Obwohl für 2024 keine weiteren Vorstellungen geplant sind, wird das Stück 2025 noch viermal aufgeführt: am 2. und 12. Oktober sowie am 2. und 9. November. Die Tickets kosten zwischen 17,50 und 45,50 Euro, inklusive einer Getränkepauschale.
Die Mischung aus Satire und spektakulärer Bühnenshow kommt beim Publikum an und beweist, dass Brechts Werk durch Neuerfindung weiterhin lebendig bleibt. Mit den letzten Vorstellungen im kommenden Herbst hinterlässt diese Dreigroschenoper nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich einen bleibenden Eindruck.






