Maria Kalesnikawa erhält Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie in Belarus
Jolanta MeyerMaria Kalesnikawa erhält Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie in Belarus
Die belarussische Oppositionsfigur Maria Kalesnikawa ist mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden, einer der renommiertesten Ehrungen Europas. Die Verleihung fand in Aachen statt, wo sie seit ihrer Entlassung aus der Haft im Dezember 2025 lebt. Ihre Anwesenheit bei der Veranstaltung unterstreicht die anhaltende Unterstützung für demokratische Bewegungen in Belarus.
Kalesnikawa war im September 2020 in Minsk festgenommen worden, nachdem sie an Massenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko teilgenommen hatte. Ein Jahr später wurde sie zu einer elfjährigen Haftstrafe wegen ihres Engagements in der Opposition verurteilt. Ihre Freilassung erfolgte Ende 2025 im Rahmen einer größeren Gruppe politischer Gefangener, die von den belarussischen Behörden entlassen wurden.
Der Internationale Karlspreis, der seit 1950 verliehen wird, würdigt Persönlichkeiten, die sich besonders um die Einheit Europas verdient gemacht haben. 2022 teilte sich Kalesnikawa den Preis mit den Oppositionsführerinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo für ihren Einsatz während der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020.
Ihr Auftritt in Aachen ist ein seltener öffentlicher Moment seit ihrer Freilassung. Die Veranstaltung gilt als starkes Zeichen der Solidarität mit allen, die in Belarus für Freiheit und demokratische Werte kämpfen.
Kalesnikawa lebt heute in Deutschland, nachdem sie jahrelang in Belarus inhaftiert war. Die Preisverleihung in Aachen lenkt die internationale Aufmerksamkeit erneut auf ihren Fall und den weiteren Kampf um Demokratie in ihrer Heimat. Ihre Geschichte bleibt von großer Bedeutung, während die politischen Spannungen in der Region anhalten.