30 June 2026, 12:18

Milliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke: Wer zahlt für die Baupleite?

Schwach verteidigte Vertragsbeendigung Rheinbrücke

Milliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke: Wer zahlt für die Baupleite?

Rechtstreit um die neue Leverkusener Rheinbrücke könnte bis zu eine Milliarde Euro kosten

Der juristische Streit um das Projekt der neuen Leverkusener Rheinbrücke könnte Kosten von bis zu einer Milliarde Euro verursachen. Die Auseinandersetzung betrifft das Land Nordrhein-Westfalen und den ehemaligen Auftragnehmer, die österreichische Baufirma Porr. Das Projekt umfasst zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite noch gebaut wird.

Vor dem Landgericht Köln verhandelt wird derzeit ein Fall, in dem der Bund von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro fordert. Das Land hatte den Vertrag mit dem Unternehmen gekündigt – mit der Begründung, es gebe systemische Mängel und schwerwiegende Fehler in den aus China bezogenen Stahlkomponenten. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) billigte die Vertragsauflösung, um den Fertigstellungstermin der Brücke zu beschleunigen.

Porr hat seinerseits eine Gegenklage eingereicht und verlangt mehr als 200 Millionen Euro für bereits erbrachte Leistungen sowie entgangene Einnahmen durch die vorzeitige Beendigung des Vertrags. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Trotz des laufenden Rechtsstreits erwartet NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) keine negativen Folgen für das Land, selbst wenn das Gericht gegen die Landesregierung entscheiden sollte.

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Die Bauarbeiten am Projekt gehen indes weiter: Die Montage der Stahlkonstruktionen läuft bereits, und die Installation der Pylone soll im September 2026 beginnen. Die Fertigstellung des gesamten Bauvorhabens bleibt für Mitte 2028 geplant.

Der Rechtsstreit ist noch nicht entschieden, doch die möglichen Kosten – einschließlich Zinsen – könnten sich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Das Land betont, die Kündigung sei notwendig gewesen, um Qualität und Termintreue zu gewährleisten. Am zweiten Brückenbauwerk wird weiterhin gearbeitet, wichtige Meilensteine stehen noch an.

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