Münster: Mieter fürchten Explosion der Heizkosten durch neue Wärmepumpen-Pläne
Jolanta MeyerMünster: Mieter fürchten Explosion der Heizkosten durch neue Wärmepumpen-Pläne
Mieter in Münsters Wohnkomplexen fürchten stark steigende Heizkosten durch geplante Wärmepumpen
Mieter eines Wohnkomplexes in Münster müssen mit drastisch höheren Heizkosten rechnen, nachdem die Wohnungsbaugesellschaft LEG den Einbau von Wärmepumpen plant. Das Unternehmen setzt dabei auf ein Contracting-Modell, das die jährlichen Ausgaben deutlich über das bisherige Niveau treibt. Eine Mieterin, Ines Rodriguez, könnte künftig 2.486 Euro pro Jahr für die Heizung zahlen – 806 Euro mehr als mit ihrer bisherigen Gas-Etagenheizung.
LEG führt dezentrale Wärmepumpen für einzelne Wohnungen ein. Die Gesellschaft wendet dabei ein Contracting-Modell an, das Kosten von 1,80 Euro pro Quadratmeter vorsieht – weit über der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Obergrenze von 0,50 Euro. Diese Schutzklausel greift bei Contracting-Verträgen jedoch nicht, sodass Mieter höheren Belastungen schutzlos ausgesetzt sind.
Ines Rodriguez bewohnt eine 85 Quadratmeter große Wohnung. Im neuen System muss sie unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch eine monatliche Grundgebühr von 140 Euro zahlen. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt Contracting als legitimes Modell – vorausgesetzt, die Kosten bleiben transparent und fair, selbst in Einfamilienhäusern oder Gewerbeimmobilien.
Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisiert das Vorgehen von LEG scharf. Vermieter könnten zudem eigene Tochterfirmen gründen, um die Installationen zu verwalten, und so Wettbewerbsangebote umgehen – mit der Möglichkeit, über die Muttergesellschaft Gewinne zu erzielen. Nach einem Bericht des NDR setzte LEG die Modernisierungspläne in Münster vorerst aus, ohne konkrete nächste Schritte zu nennen.
Durch das Contracting-Modell entfällt die im GEG verankerte Kostenobergrenze, was es Vermietern ermöglicht, Mieter deutlich stärker zu belasten. Betroffene werden aufgefordert, sich zu Wort zu melden, falls individuelle Contracting-Verträge zu überhöhten Preissprüngen führen. Die Lage in Münster bleibt vorerst ungelöst, während LEG seine Strategie überprüft.
