17 March 2026, 00:20

Nach 50 Jahren kehren gestohlene Hofbräuhaus-Krüge überraschend zurück

Alte Werbeplakat mit zwei Metall-Bierhumpen und einem Glas Bier.

Nach 50 Jahren kehren gestohlene Hofbräuhaus-Krüge überraschend zurück

Zwei gestohlene Bierkrüge aus Münchens berühmten Hofbräuhaus sind Jahrzehnte nach ihrem Verschwinden zurückgegeben worden. Einer kehrte nach 55 Jahren zurück, der andere nach einer 50-jährigen Abwesenheit. In beiden Fällen handele es sich um Touristen, die die Maßkrüge einst als Souvenirs mitgenommen hatten, bevor sie sich später entschlossen, Wiedergutmachung zu leisten.

2020 schickte eine Amerikanerin einen der Krüge per Post an den Biergarten am Platzl zurück und gab zu, ihn 1965 versehentlich entwendet zu haben. Damals war sie 18 Jahre alt und besuchte München während einer Europareise. Der Krug blieb über ein halbes Jahrhundert in ihrem Besitz, bevor sie sich dazu entschied, ihn zurückzugeben.

Ein weiterer Krug, der 1976 mitgenommen worden war, wurde in diesem Jahr von einem englischsprachigen Touristen zurückgeschickt. Der Absender legte 20 Euro als verspätete Bezahlung für den gestohlenen Gegenstand bei. Das Hofbräuhaus bestätigte, dass das Geld an die Initiative Bunte Münchner Kindl gehen werde, die benachteiligte Kinder in München unterstützt.

Das Hofbräuhaus führt keine Statistik darüber, wie viele Krüge jährlich gestohlen werden, obwohl Kontrollen am Ausgang Diebstähle verhindern sollen. Mitarbeiter schätzen, dass sie drei bis vier Mal pro Jahr Briefe von Personen erhalten, die gestohlene Krüge zurückgeben oder Geld überweisen. Öffentliche Aufzeichnungen über andere bestätigte Fälle, in denen in den letzten fünf Jahren freiwillig entwendete Maßkrüge zurückgegeben wurden, existieren jedoch nicht.

Der ursprüngliche Krug von 1976 könnte heute nicht mehr existieren, da solche Gegenstände im Laufe der Zeit oft ersetzt werden. Ein ähnlicher Ein-Liter-Krug kostet heute im Online-Shop des Hofbräuhauses 19,95 Euro.

Die zurückgegebenen Krüge zeigen, wie manche Besucher irgendwann beschließen, alte Fehler wiedergutzumachen. Das Hofbräuhaus erhebt zwar keine Anklage wegen vergangener Diebstähle, nimmt aber Entschädigungen an, wenn sie angeboten werden. Die gespendeten 20 Euro kommen nun über die Initiative Bunte Münchner Kindl bedürftigen Kindern in der Stadt zugute.

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