07 May 2026, 04:17

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittlungen werden zur Priorität

Ein Mann in Anzug und Krawatte mit einem freundlichen Lächeln vor einem unscharfen Hintergrund, mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der besagt: "Teil des Netzwerks starker Städte zu sein, bedeutet, dass ich Zugang zu Wissen und Werkzeugen habe, um gewalttätigem Extremismus entgegenzuwirken."

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittlungen werden zur Priorität

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen aus – mit großem Fokus auf Open-Source-Intelligenz (OSINT)

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einer umfassenden Offensive im Bereich der Open-Source-Intelligenz (OSINT). Ziel der Initiative ist es, Beamte darin zu schulen, öffentlich zugängliche Online-Daten – von sozialen Medien bis hin zu offenen Datenbanken – systematisch zu sammeln und auszuwerten. Die Behörden bewerten dies als einen entscheidenden Schritt zur Modernisierung der Ermittlungsarbeit.

Federführend verantwortet Fabian Coenen das Projekt, der die Abteilung 22.2 im Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf leitet. Sein Team spezialisiert sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität. Was einst als Zweier-Team begann, ist mittlerweile zu einer Abteilung mit 16 Fachleuten angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.

Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» hat das LKA zehn neue Beamte eingestellt, sechs davon in Coenens Team. Zudem sind fast 100 weitere Ermittler in sechs regionalen Polizeibehörden eingebunden. Diese Einheiten, Teil des deutschen Staatsschutznetzwerks, bieten bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen zügige OSINT-Unterstützung.

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Ausbildung steht im Mittelpunkt des Programms.Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, koordiniert die Schulungen. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er ein zehnmoduliges Online-Programm, um OSINT-Kenntnisse in der gesamten Polizei zu standardisieren. Der Lehrplan stellt sicher, dass Beamte digitale Informationen gezielt erfassen, überprüfen und analysieren können.

Die Ausweitung der Kapazitäten markiert einen Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei. Mit mehr geschultem Personal und strukturierten Ausbildungsangeboten will die Behörde schneller auf Online-Bedrohungen und politisch brisante Fälle reagieren. Das Programm dient zugleich als Vorbild für andere Bundesländer, die ihre OSINT-Fähigkeiten ausbauen möchten.

Quelle