NRW setzt auf Wasserstoffimporte – doch die Zeit drängt bis 2045
Ein neuer Bericht von IN4climate.NRW unterstreicht den dringenden Bedarf an Wasserstoffimporten für Nordrhein-Westfalen. Bis 2045 wird der Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff in der Region stark ansteigen. Die lokale Produktion allein wird nicht ausreichen, um diese wachsende Nachfrage zu decken.
Der Bericht sieht Pipeline-Importe als die effizienteste Methode für den Wasserstofftransport. Dieser Ansatz vermeidet zusätzliche Umwandlungsschritte und ermöglicht große, kostengünstige Liefermengen. Als zentrale Routen werden Pipelines aus den Niederlanden, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien vorgeschlagen.
Auch schiffbasierte Lieferungen aus entlegenen Regionen wie Brasilien sind Teil der Strategie. Die großen Seehäfen Nordrhein-Westfalens sollen bis 2030 die notwendige Infrastruktur für diese Importe aufbauen. Ein gemischter Ansatz aus Pipelines und Schiffslieferungen wird empfohlen, um die Abhängigkeit von einzelnen Quellen zu verringern.
Kurzfristig könnte importierter grüner Ammoniak grauen Ammoniak in bestehenden industriellen Anwendungen ersetzen. Die energieintensive Grundstoffindustrie, mittelständische Unternehmen und der Energiesektor werden einen Großteil der Nachfrage treiben. Die Kosten für alle Importwege werden voraussichtlich ähnlich hoch ausfallen.
Der Bericht betont die Bedeutung einer diversifizierten Wasserstoffversorgung für Nordrhein-Westfalen. Sowohl Pipeline- als auch Schiffsrouten werden eine Rolle spielen, um den künftigen Bedarf zu decken. Ohne diese Maßnahmen wird es für die Industrie und den Energiesektor der Region schwierig, ausreichende Mengen zu sichern.
