GDP erwartet 4.500 Einsatzkräfte für Castor-Transporte - Rekord-Polizeieinsatz für umstrittenen Atommülltransport in NRW
Hochgesicherter Atomtransport in Nordrhein-Westfalen: Bis zu 4.500 Polizisten im Einsatz
In Nordrhein-Westfalen steht ein unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführter Transport von Atommüll bevor. Bis zu 4.500 Beamte werden die Lieferung bewachen – eine Streitmacht, die mehr als doppelt so groß ist wie bei großen Fußball-Derbys üblich. Der Einsatz folgt einem Gerichtsurteil vom März 2026, das die Verlegung von 152 Behältern vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus genehmigte.
Bei dem Müll handelt es sich um rund 300.000 kugelförmige Brennelemente aus einem Forschungsreaktor in Jülich. Diese werden in 152 speziell verstärkten Castor-Behältern über mehrere Transportvorgänge verlagert. Bisher gab es noch keinen vergleichbaren Transport von Jülich in ein deutsches Zwischenlager.
Die Behörden haben einen Strahlenschutz- und Arbeitssicherheitsplan erarbeitet, der über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Dennoch bleibt der Transport umstritten. Sowohl der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) als auch der nordrhein-westfälische Innenminister haben die Notwendigkeit des Transports infrage gestellt, betonen jedoch ihre Verantwortung für die Sicherheit während der Aktion.
Deutschland verfügt derzeit über kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Stattdessen wird auf 16 Zwischenlager zurückgegriffen, darunter auch das in Ahaus. Proteste bereiten den Behörden große Sorgen – die Polizei überwacht die Route genau, um mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen.
Der Transport markiert die erste Verlegung von Castor-Behältern von Jülich nach Ahaus. Da es noch immer kein Endlager gibt, wird der Müll vorerst in einem der deutschen Zwischenlager eingelagert. Mit Beginn der Aktion bleibt die Lage angespannt – die Sicherheitskräfte sind in höchster Alarmbereitschaft.






