RWE verwandelt Tagebau Hambach in Deutschlands tiefsten künstlichen See bis 2080
Jolanta MeyerRWE verwandelt Tagebau Hambach in Deutschlands tiefsten künstlichen See bis 2080
Energiekonzern RWE plant Umwandlung des ehemaligen Tagebaus Hambach in einen riesigen künstlichen See
Der Energiekonzern RWE hat Pläne vorgestellt, den früheren Braunkohletagebau Hambach in einen gewaltigen künstlichen See umzugestalten. Das Projekt soll die Landschaft nach Jahrzehnten des Braunkohleabbaus neu prägen. Doch die Pläne stoßen bereits auf Kritik wegen möglicher Umweltfolgen.
Die Arbeiten zur Flutung des Sees sollen 2030 beginnen, wobei Wasser aus dem Rhein genutzt wird. Bis 2033 rechnet RWE damit, dass der See etwa ein Drittel seiner geplanten Tiefe erreicht. Das Wasser wird durch drei jeweils 45 Kilometer lange Rohre geleitet – jedes davon so breit, dass ein Erwachsener hindurchradeln könnte.
Letztlich wird der See eine Fläche von 42 Quadratkilometern bedecken und an seiner tiefsten Stelle 365 Meter tief sein – mehr als 100 Meter tiefer als der Bodensee. Bis 2040 soll seine Oberfläche 1.200 Hektar umfassen, mit einer maximalen Tiefe von 200 Metern. Vollständig gefüllt sein wird er jedoch erst um das Jahr 2080, wenn er 3,6 Milliarden Kubikmeter Wasser fasst.
Kritiker äußern Bedenken hinsichtlich der ökologischen Auswirkungen des Projekts. Der Hambacher Forst wurde für den Kohleabbau weitgehend zerstört, und es gibt weiterhin Fragen zur Qualität des Rheinwassers, das zur Flutung des Sees genutzt werden soll.
Nach seiner Fertigstellung wird der Hambacher See der tiefste Unterwasserpunkt Deutschlands sein, während der Bodensee weiterhin die größte Oberfläche und das größte Volumen behält. Das Vorhaben markiert einen langfristigen Wandel von der industriellen Rohstoffgewinnung hin zu einer neuen wassergeprägten Landschaft. RWE plant das Projekt über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahrhundert – die letzten Abschnitte werden erst gegen Ende des 21. Jahrhunderts abgeschlossen sein.






