18 March 2026, 01:04

Solingen steht vor radikaler Kirchenreform: Vier Gotteshäuser bleiben, fünf müssen schließen

St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text darauf auf der rechten Seite.

Solingen steht vor radikaler Kirchenreform: Vier Gotteshäuser bleiben, fünf müssen schließen

Evangelische Kirche Solingen präsentiert Pläne für Umstrukturierung – Mitgliederschwund und Finanznot erzwingen schwierige Entscheidungen

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat erste Pläne für die Zukunft seiner Immobilien vorgestellt. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender finanzieller Mittel müssen nun schwierige Weichenstellungen vorgenommen werden. Eine Arbeitsgruppe hat vorgeschlagen, welche Kirchen und Gemeindezentren geschlossen, weiterbetrieben oder einer weiteren Prüfung unterzogen werden sollen.

Eine außerordentliche Synode im März 2026 wird die Vorschläge beraten; endgültige Beschlüsse sollen spätestens bis Ende 2027 fallen.

Ein siebenköpfiges Team unter Leitung von Hartmut Hoferichter hatte monatelang die Zukunft von 17 Liegenschaften bewertet. Der Abschlussbericht unterteilt sie in drei Kategorien: langfristig zu erhaltende Standorte, Objekte, die weiterer Diskussion bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragbar sind.

Vier Kirchen – die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche, die Dorper Kirche und die Evangelische Kirche Gräfrath – sollen über das Jahr 2035 hinaus erhalten bleiben. Drei Gemeindezentren – Höhscheid, Wittenbergstraße sowie Schützenstraße/Ritterstraße – werden ebenfalls weiterbetrieben. Fünf weitere Gebäude jedoch, darunter die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert und die Lutherkirche, können mittelfristig nicht mehr gehalten werden.

Über das Schicksal von fünf weiteren Standorten – der Christuskirche, dem Gemeindezentrum Rupelrath, der Evangelischen Kirche Mangenberg, dem Gemeindehaus Corinthstraße und der Stadtkirche Mitte – muss noch weiter beraten werden. Superintendentin Ilka Werner betonte die Notwendigkeit von Transparenz und dankte der Arbeitsgruppe für ihr Engagement.

Hinter den Plänen stehen vor allem finanzielle Zwänge: Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis nur noch mit der Hälfte des aktuellen Haushalts – bei gleichzeitig weniger Mitgliedern und Personal. Zudem hat die Evangelische Kirche im Rheinland zugesagt, alle Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten, was kostspielige Sanierungen erfordert.

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Die Synode wird am 14. März 2026 über die Vorschläge debattieren; verbindliche Beschlüsse sollen bis Ende 2027 gefasst werden. Die Entscheidungen werden die Zukunft des kirchlichen Lebens in Solingen prägen – zwischen finanziellen Grenzen und dem Bedarf an modernen, nachhaltigen Räumen.

AKTUALISIERUNG

Transparenz in der Praxis: Der Umstrukturierungsprozess von Solingens Kirchen wird aufgedeckt

Die Vorschläge der Arbeitsgruppe für Solingens Kirchen wurden bei einem Event mit 350 Teilnehmern am 11. Februar 2026 öffentlich präsentiert. Wichtige Entwicklungen sind:

  • 'Es ist uns wichtig, diesen schwierigen Zukunftsprozess so transparent wie möglich zu gestalten,' sagte Superintendentin Ilka Werner und betonte die Offenheit.
  • Das Team von Hartmut Hoferichter wird vor der endgültigen Festlegung der Empfehlungen das Feedback aus zwei öffentlichen Veranstaltungen auswerten.
  • Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge debattieren, wobei finale Entscheidungen bis 2027 erwartet werden.