Solingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch es fehlt der Masterplan
Jolanta MeyerSolingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch es fehlt der Masterplan
Solingens Innenstadt steht vor ernsten Herausforderungen. Leerstehende Läden, ein Mangel an Gastronomie und Begegnungsstätten sowie ein schrumpfendes Angebot an hochwertigen Waren haben das Viertel in eine prekäre Lage gebracht. Der Niedergang vollzog sich über viele Jahre – bedingt durch Faktoren, die teils innerhalb, teils außerhalb des Einflussbereichs der Stadt liegen.
Viele Ursachen für den Abstieg liegen nicht in der Hand der lokalen Politik. Dazu zählen die Verlagerung wichtiger Dienstleistungen in größere Städte, der Abbau industrieller Arbeitsplätze ins Ausland sowie die wachsende Dominanz von Discountern und dem Onlinehandel. Dennoch hat die Kommune einzelne Projekte und Fachstrategien auf den Weg gebracht – ein zusammenhängendes Gesamtkonzept fehlt jedoch bis heute.
Walsken plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, um den gesamten Innenstadtring zu beleben. Ein solches Konzept müsste städtische Planung, soziale, kulturelle, klimatische, verkehrstechnische und gemeinwesenorientierte Belange berücksichtigen. Auch angrenzende Bereiche wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße, der Graf-Wilhelm-Platz und das Werwolf-Viertel sollten einbezogen werden.
Um eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anzuziehen, betont Walsken die Notwendigkeit attraktiver Rahmenbedingungen. Der Ausbau der Kinderbetreuung, die Verbesserung der weiterführenden Schulen und die Stärkung des Regionalbahnnetzes gelten als wichtige Schritte. Konkrete Maßnahmen umfassen bessere Vernetzungen zwischen der Glasernen Werkstatt und lokalen Start-ups, mehr Studentenwohnheimplätze, ein dezentrales Gesundheitssystem sowie digitale Beratungsangebote.
Walsken drängt auf schnelles Handeln. Die verlängerte Planungsphase soll die Weichen für die zukünftige Entwicklung stellen und gleichzeitig die kommunalen Finanzen stärken. Breite Bürgerbeteiligung und der Einbezug externer Expertise werden als entscheidend hervorgehoben, um den Prozess zu bereichern.
Ein umfassendes Masterplan-Konzept könnte die langjährigen Probleme der Innenstadt angehen. Die vorgeschlagenen Schritte zielen darauf ab, den Abwärtstrend durch gezielte städtische, soziale und wirtschaftliche Verbesserungen umzukehren. Der Erfolg hängt jedoch von abgestimmten Anstrengungen und dem anhaltenden Engagement aller Beteiligten ab.
