Stillgelegte Deponie wird zum Pionier-Solarpark in Ahaus-Alstätte
Adalbert BiggenStillgelegte Deponie wird zum Pionier-Solarpark in Ahaus-Alstätte
Auf einer stillgelegten Deponie in Ahaus-Alstätte entsteht bald einer der ersten großen Solarparks Deutschlands auf einem solchen Gelände. Der Kreis Borken hat grünes Licht für das Vorhaben gegeben, das brachliegende Flächen in eine erneuerbare Energiequelle verwandeln soll. Bei termingerechter Fertigstellung könnte das Projekt zudem die Abfallgebühren für die ansässigen Haushalte senken.
Die Deponie, die dem Kreis Borken und der Stadt Ahaus gemeinsam gehört, wurde wegen ihrer freizügigen Flächen und der begrenzten Alternativnutzung ausgewählt. Aufgrund anhaltender Setzungsbewegungen im Untergrund eignet sich das unebene Gelände zwar kaum für andere Bebauungen, doch für eine Solaranlage ist es ideal. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Westmünsterland (AWG) wird das Projekt leiten, das bis Mitte 2025 vollständig in Betrieb gehen muss, um staatliche Fördergelder zu erhalten.
Ursprünglich war auf dem Gelände auch ein Großspeicher für überschüssigen Windstrom geplant. Doch die Instabilität des Bodens machte diese Option zunichte. Laut verfügbaren Unterlagen wurden in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland keine weiteren stillgelegten Deponien für vergleichbare Solarprojekte genehmigt.
Neben der Erzeugung sauberer Energie könnte der Solarpark einen Teil der jährlichen Unterhaltskosten der Deponie decken – und so möglicherweise zu niedrigeren Abfallentsorgungsgebühren für die Anwohner in der Region führen.
Das Projekt stellt eine seltene Nutzung einer geschlossenen Deponie für erneuerbare Energien in Deutschland dar. Wird es wie geplant umgesetzt, liefert es nicht nur Solarstrom, sondern entlastet auch die Haushaltskasse der lokalen Abfallwirtschaft. Die Frist bis Mitte 2025 sichert dem Kreis zudem den Zugang zu entscheidenden Fördermitteln für den Bau.