16 March 2026, 12:27

Streit um Kunstfreiheit: Über 1.100 Unterschriften für Basma al-Sharif in Düsseldorf

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Geb├Ąude an der Universit├Ąt von Michigan, mit Schildern und Kameras, protestierend gegen die Schule, mit B├Ąumen und Pflanzen im Vordergrund und dem Himmel im Hintergrund.

Offener Brief Warnt vor politischem Druck auf Universit├Ąten - Streit um Kunstfreiheit: Über 1.100 Unterschriften für Basma al-Sharif in Düsseldorf

Über 1.100 Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Kulturfachleute haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie die akademische und künstlerische Freiheit in Deutschland verteidigen. Der Streit dreht sich um eine Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif, die Vorwürfe des Antisemitismus und Forderungen nach Absage auslöste. Die Unterzeichner:innen warnen, dass politische Einmischung in Universitäten und Kultureinrichtungen ein gefährliches Präzedenzfall schafft.

Die Kontroverse begann im Januar 2026, als al-Sharifs Einladung an die Düsseldorfer Kunstakademie auf Protest stieß. Kritiker:innen warfen ihr wegen ihrer pro-palästinensischen Arbeiten Antisemitismus vor, woraufhin Politiker von CDU und AfD die Absage der Veranstaltung forderten. Trotz des Gegenwinds hielt die Akademie an ihrer Entscheidung fest.

Im Februar spitzte sich die Lage zu, als eine Petition den Rücktritt der Rektorin Donatella Fioretti forderte. Es folgten juristische Klagen, die jedoch Anfang März von Düsseldorfer Gerichten abgewiesen wurden. Diese urteilten, dass al-Sharifs Äußerungen unter die Meinungsfreiheit fallen. Zwar gab es wegen Drohungen in sozialen Medien Einschränkungen für die Veranstaltung, doch die rechtliche Prüfung ergab keine strafbaren Handlungen.

Der offene Brief, unterzeichnet von Persönlichkeiten wie dem Fotografen Wolfgang Tillmans und der Philosophin Susan Neiman, kritisiert eine Formulierung des Wissenschaftsausschusses von Nordrhein-Westfalen. Die Unterzeichner:innen argumentieren, dass damit grundlegende Freiheiten unzulässig infrage gestellt würden. Sie betonen, dass Artikel 5 des Grundgesetzes Kunst, Wissenschaft und Lehre schützt – selbst wenn sie umstritten sind.

Fioretti soll nun am kommenden Mittwoch vor einer Sondersitzung des Ausschusses für Kultur und Medien des Landtages aussagen. Die Initiator:innen des Briefes fordern die Abgeordneten auf, sich klar zu den verfassungsmäßigen Schutzrechten gegen Zensur zu bekennen.

Die Debatte hat die Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit in deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen neu entfacht. Da die Gerichte die Veranstaltung bestätigt und der Brief breite Unterstützung findet, rückt nun in den Fokus, wie die Politik reagieren wird. Fiorettis anstehende Aussage könnte den Ausgang dieses Streits weiter prägen.

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