Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe
Andree TrubinTausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe
Landweit Proteste gegen sexualisierte Gewalt – Tausende gehen in Köln und Bonn auf die Straße
Dieses Wochenende haben in ganz Deutschland Proteste gegen sexualisierte Gewalt stattgefunden. In Köln und Bonn demonstrierten Tausende, nachdem Vorwürfe digitaler Misshandlung gegen die Schauspielerin Collien Fernandes bundesweit für Empörung gesorgt hatten. Die Kundgebungen folgten einer Spiegel-Untersuchung, die das Ausmaß der Online-Belästigung von Frauen offenlegte.
Am Samstag zogen in Köln über 5.000 Menschen durch die Stadt, um strengere Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt zu fordern. Die Demonstrantinnen und Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie "Girls just wanna be safe" und forderten Männer auf, sich gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen.
Einen Tag später versammelten sich in der Bonner Innenstadt mehr als 500 Protestierende. Organisiert wurde die Kundgebung von einem Bündnis lokaler Parteien – Grünen, CDU, SPD und Volt –, das sich auf die Forderung nach Konsequenzen für Täter konzentrierte. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Grünen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für schärfere Gesetze einzusetzen.
Auslöser der Proteste waren die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt zu haben, um pornografische Inhalte zu verbreiten. Der Fall hat die öffentliche Debatte verschärft. Justizministerin Stefanie Hubig kündigte an, nicht einvernehmliche Deepfake-Pornografie unter Strafe zu stellen. Bisherige EU-Richtlinien wie die Frauenrechte-Richtlinie und der Digital Services Act haben für Betroffene jedoch kaum praktische Wirkung entfaltet.
Die Demonstrationen zeigen den wachsenden Druck auf die Politik, rechtliche Lücken beim Schutz von Frauen vor digitaler Gewalt zu schließen. Die von Ministerin Hubig geplanten Reformen zielen darauf ab, diese Schlupflöcher zu stopfen. Doch die Protestierenden fordern weitere Maßnahmen, um die Sicherheit im echten Leben zu gewährleisten. Angesichts immer neuer bekannt werdender Fälle wird die Dringlichkeit des Themas immer deutlicher – sie offenbaren systematische Versäumnisse.






