Unveröffentlichte Tagebücher enthüllen Wiesbadens Alltag in der NS-Zeit
Andree TrubinUnveröffentlichte Tagebücher enthüllen Wiesbadens Alltag in der NS-Zeit
Ein seltener Einblick in das Deutschland der frühen 20er-Jahre wartet im nächsten Monat im Wiesbadener Stadtmuseum auf Besucher. Der lokale Historiker Ralf A. Gmelin wird dort die unveröffentlichten Manuskripte seines Großvaters präsentieren, die das Leben während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und der frühen NS-Jahre dokumentieren. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Lokalhistoriker – 4. Staffel" des Museums und steht allen Interessierten offen.
Die Matinee unter dem Titel "1940. Die versunkene bürgerliche Welt" findet am Sonntag, dem 12. Oktober 2025, um 11:00 Uhr statt. Im Stadtmuseum am Marktplatz wird Gmelin aus den privaten Aufzeichnungen seines Großvaters Hans Gmelin lesen, diese erläutern und einordnen. Die Dokumente setzen 1934 ein, spiegeln aber auch kritische Beobachtungen der gesellschaftlichen Umbrüche während Hitlers Machtübernahme 1933 wider.
Die Teilnehmer erwarten authentische Schilderungen einer Epoche, die Deutschland nachhaltig prägte. Hans Gmelins Aufzeichnungen bieten eine persönliche Perspektive auf den Untergang der Weimarer Republik und die frühe NS-Diktatur. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Die Präsentation schafft eine direkte Verbindung zur Geschichte – aus der Sicht eines einfachen Bürgers. Die von seinem Enkel bewahrten Notizen Hans Gmelins lassen die Spannungen und Umbrüche der Zeit lebendig werden. Die Matinee ist Teil des laufenden Programms des Museums zur regionalen Geschichte.