22 April 2026, 04:21

Verbotene Kosmetik flutet EU-Markt trotz strenger Regeln und Rückrufe

Rotes und gelbes Schild mit der Aufschrift "Organisches Peroxid 5,2", das eine gefährliche Substanz anzeigt.

Verbotene Kosmetik flutet EU-Markt trotz strenger Regeln und Rückrufe

Trotz strenger Vorschriften werden verbotene Kosmetikprodukte in der gesamten EU weiterhin online verkauft. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 förderte über 20.000 illegale Artikel auf großen Shopping-Plattformen zutage – darunter auch bekannte Marken wie Schwarzkopf und Nivea. Behörden warnen, dass schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetika ein wachsendes Problem darstellen.

Im März 2023 wurde etwa ein Schwarzkopf-Glitzer-Haargel mit dem seit 2019 in der EU verbotenen Stoff Lilial (BMHCA) über das Internet erworben. Das Rechercheportal CORRECTIV kaufte zudem drei verbotene Produkte, darunter einen Nivea-Rasierschaum mit BMHCA von Amazon. Diese Fälle zeigen, dass es weiterhin Lücken bei der Durchsetzung der Verbote gibt.

Die Europäische Kommission prüfte 2025 mehr als 1,6 Millionen Websites und entdeckte dabei tausende illegale Kosmetikartikel auf Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress. Seit 2012 wurden über 4.000 Produkte wegen gesundheitlicher Risiken vom Markt genommen. Dennoch bleibt das Angebot riesig: Aktuell sind rund 600.000 Kosmetikprodukte erhältlich, täglich kommen etwa 800 neue hinzu.

Deutsche Behörden testen jährlich etwa 10.000 Kosmetikproben – allerdings werden nicht alle vollständig analysiert. Manche werden lediglich auf korrekte Kennzeichnung überprüft. Die EU-Liste der "besorgniserregenden Stoffe" wächst stetig, und gefährliche Chemikalien wie PFAS ("Ewigkeitschemikalien") oder Hydrochinon – ein wahrscheinlicher Krebserreger – tauchen weiterhin in Produkten auf. Betroffen sind auch Marken wie Nivea, Schwarzkopf und Schauma.

Eine mögliche Wende zeichnet sich ab: Am 15. April 2026 stimmen zwei Ausschüsse des EU-Parlaments über die "Chemikalien-Omnibus"-Novelle ab. Sollte sie verabschiedet werden, könnte sie die Verkaufsfristen für verbotene Produkte verlängern – was die Sorge um die Verbrauchersicherheit weiter verschärfen würde.

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Die Entdeckung verbotener Kosmetika auf großen Plattformen offenbart die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der EU-Regeln. Trotz tausender Rückrufe und neuer Risiken stehen die Aufsichtsbehörden vor anhaltenden Herausforderungen. Die anstehende Abstimmung über die "Chemikalien-Omnibus"-Novelle könnte entscheiden, wie schnell gefährliche Produkte künftig vom Markt verschwinden.

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