Warendorf führt 15-Euro-Gebühr für Wohnmobile ein – Camper drohen mit Boykott
Elvira ZiegertWarendorf führt 15-Euro-Gebühr für Wohnmobile ein – Camper drohen mit Boykott
Warendorf führt 15-Euro-Tagesgebühr für Wohnmobil-Stellplätze ein – Camper drohen mit Boykott
Die Stadt Warendorf wird im kommenden Frühling eine Tagesgebühr von 15 Euro für Wohnmobil-Stellplätze einführen. Die Entscheidung hat bei Stammgästen Verärgerung ausgelöst – einige kündigen an, den Platz künftig zu meiden. Die Kommunalverwaltung begründet die neue Abgabe mit der hohen Qualität und der attraktiven Lage des Areals.
Der Beschluss fiel im Herbst 2023 einstimmig im Stadtrat, nachdem die CDU den Vorschlag eingebracht hatte. Die Verantwortlichen rechtfertigen die Erhöhung mit der erstklassigen Ausstattung und der modernen Infrastruktur des Platzes. Zudem verwiesen sie darauf, dass vergleichbare Standorte oft noch höhere Preise verlangen.
Nicht alle Camper zeigen Verständnis. Günter Brossat, ein 83-jähriger Stammgast, nennt den neuen Preis "überzogen". Andere schließen sich seiner Kritik an und warnen, sie könnten künftig auf alternative Angebote ausweichen.
Die Einnahmen aus der Gebühr sollen in Verbesserungen fließen, darunter neue Stromsäulen und Parkuhren. Wer es günstiger mag, kann auf den städtischen Platz Wiesengrund ausweichen, der weiterhin rund fünf Euro pro Tag kostet – wenn auch mit deutlich einfacherer Ausstattung. Aktuell bietet der Linnenwiese-Platz von April bis September sechs kostenlose Saisonstellplätze an, während ein weiterer Standort in der Nähe, in Everswinkel, voraussichtlich erst Ende 2026 wieder öffnet.
Die 15-Euro-Gebühr tritt im Frühling in Kraft und soll die Aufwertung des Wohnmobilbereichs finanzieren. Unzufriedene Gäste können auf den preiswerteren Wiesengrund-Platz ausweichen. Die Stadt betont, die Preise seien angemessen und entsprächen dem Standard sowie dem Marktumfeld.