04 April 2026, 14:23

Wie ARD und ZDF mit emotionalen Formaten junge Zuschauer zurückgewinnen

Schwarze Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Szenerie zeigt.

Wie ARD und ZDF mit emotionalen Formaten junge Zuschauer zurückgewinnen

ARD und ZDF setzen auf neue Wege, um junge Zuschauer zu erreichen – die öffentlichen Rundfunkanstalten verändern ihre Berichterstattung und setzen auf persönliche, emotional geprägte Reportageformate statt auf traditionelle Neutralität. Fünf Serien – VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage – richten sich gezielt an die Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren.

Dieser Wandel bedeutet einen Bruch mit klassischen journalistischen Prinzipien wie Objektivität und Distanz. Stattdessen werden Reporter oft zu zentralen Figuren ihrer eigenen Geschichten und gestalten die Erzählungen um ihre eigenen Erlebnisse herum.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Formate auf Authentizität und emotionale Nähe setzen – und damit bei jungen Zuschauern gut ankommen. Die Inhalte wirken glaubwürdig und lassen sich leicht mit dem eigenen Leben in Verbindung bringen. Doch der Ansatz hat auch Schattenseiten: Wenn die Reporter im Mittelpunkt stehen, rückt das eigentliche Thema mitunter in den Hintergrund. Einige Formate schaffen es zudem nicht, tiefgehende Recherchen oder umfassende Kontextinformationen zu liefern.

Dass persönlich geprägte Inhalte funktionieren, beweist etwa Terra X vom ZDF: Die Aufrufe in der ZDFmediathek stiegen seit 2010 versünfacht – von 6,34 Millionen auf über 30 Millionen im Jahr 2023. Die YouTube-Kanäle des Formats verzeichneten im vergangenen Jahr 175 Millionen Aufrufe, während die Hauptsendung um 19:30 Uhr 3,55 Millionen Zuschauer erreichte und einen Marktanteil von 14,8 Prozent hielt. Diese Zahlen übertreffen viele klassische Formate und belegen den Erfolg von unterhaltsamer, persönlich geprägter Berichterstattung.

Allerdings deuten erste Anzeichen darauf hin, dass junge Zuschauer die wachsende Zahl ähnlicher, ich-bezogener Formate langsam überdrüssig werden. Die öffentlichen Sender stehen nun vor der Herausforderung, Authentizität zu bewahren, ohne in Selbstbezogenheit abzurutschen. Entscheidend wird sein, die Balance zwischen persönlicher Ansprache und fundiertem Journalismus zu halten.

Die Zunahme emotionaler Reportagen hat das öffentliche Fernsehen für junge Zielgruppen neu geprägt. Während Formate wie VOLLBILD oder PULS Reportage Zuschauer binden, hängt ihr langfristiger Erfolg davon ab, ob sie journalistische Tiefe bewahren können. Die Sender müssen sicherstellen, dass das Storytelling fesselt, ohne die Fakten in den Hintergrund drängen zu lassen.

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