19 April 2026, 18:21

Wie ein syrischer Flüchtling in Schildgen eine neue Heimat fand

Eine Gruppe von Menschen mit einem Banner "Alle Flüchtlinge sind hier willkommen" und einer Fahne, mit Fahrrädern, einem Zaun, einem Straßenschild, einer Schautafel, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Wie ein syrischer Flüchtling in Schildgen eine neue Heimat fand

Ein syrischer Flüchtling, der vor fast einem Jahrzehnt nach Deutschland kam, erzählt von seinem Weg der Integration und des Ankommens. Youssef Messraba, heute Student der Elektro- und Medizintechnik, fand in der kleinen Gemeinde Schildgen Halt, nachdem er 2015 seine Heimat verlassen hatte. Seine Geschichte zeigt, wie nachhaltig eine lokale Willkommensinitiative bis heute das Leben von Menschen prägt.

Ende 2015 schlossen sich rund 100 Bewohner Schildgens, eines Stadtteils von Bergisch Gladbach, zusammen und gründeten die Initiative Willkommen in Schildgen. Ihr Ziel: Geflüchteten den Start in ihrer neuen Umgebung zu erleichtern. Youssef Messraba gehörte zu denen, die in jenem Jahr ankamen – auf der Suche nach Sicherheit, nachdem er Syrien verlassen hatte.

Die Initiative bot konkrete Hilfe, von Sprachkursen bis zur Berufsausbildung. Messraba absolvierte eine Lehre als Elektroniker, bevor er ein Studium aufnahm. Trotz Vorurteilen, denen er an anderen Orten in Deutschland begegnete, fand er in Schildgen Akzeptanz. Er baute sich ein Leben mit deutschen Freunden auf und lebte drei Jahre lang mit einer deutschen Partnerin in Köln.

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Zum zehnjährigen Jubiläum der Initiative findet am 28. November eine besondere Veranstaltung unter dem Titel Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen statt. Zudem zeigt die aktuelle Ausstellung Himmel un Ääd des Fotografen Philipp J. Bösel 21 Porträts von Geflüchteten, die in Schildgen eine neue Heimat gefunden haben. Die Schau ist bis zum 6. Dezember in der Herz-Jesu-Kirche zu sehen, wo auch die Jubiläumsfeier stattfand.

Die Zahlen der Initiative sprechen für sich: 72 Prozent der von ihr unterstützten Geflüchteten sind mittlerweile erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in weiterführender Bildung oder Berufsausbildung.

Messrabas Geschichte steht exemplarisch für die breitere Wirkung des Projekts auf die Integration. Die Initiative half Geflüchteten nicht nur, Arbeit und Bildung zu finden, sondern schuf auch ein Gefühl von Gemeinschaft. Mit laufenden Veranstaltungen und Ausstellungen feiert Schildgen weiterhin die Beiträge jener, die einst als Fremde ankamen.

Quelle