Willich plant höhere Elternbeiträge – Familien protestieren gegen Kürzung der Geschwisterermäßigungen
Jolanta MeyerWillich plant höhere Elternbeiträge – Familien protestieren gegen Kürzung der Geschwisterermäßigungen
Die Stadt Willich steht unter finanziellem Druck und sucht nach Möglichkeiten, Kosten zu sparen und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Ein Bereich, der derzeit überprüft wird, sind die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung – ein Vorhaben, das bei Familien auf Widerstand stößt. Gegen die geplanten Änderungen wurde bereits eine Petition gestartet.
Die Stadt strebt an, durch die Kürzung von Geschwisterermäßigungen zusätzliche 500.000 Euro einzunehmen und durch die Deckelung der jährlichen Beitragserhöhungen auf drei Prozent weitere 100.000 Euro. Bisher erhebt Willich keine Gebühren für Geschwisterkinder, während benachbarte Städte wie Nettetal und Kempen bereits 50 Prozent der regulären Gebühr für weitere Kinder verlangen.
Für die Kita schlägt der Vorschlag vor, den Rabatt für das erste Geschwisterkind auf 75 oder 80 Prozent zu begrenzen, während weitere Geschwister weiterhin beitragsfrei bleiben sollen. Bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) würde der Nachlass für das erste Geschwisterkind auf 60 oder 70 Prozent sinken, zusätzliche Kinder blieben jedoch kostenfrei. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, es gehe nicht um die Abschaffung, sondern um eine Anpassung der Geschwisterermäßigungen sowie um eine Kontrolle der Beitragssteigerungen.
Der Jugend- und Ausländerelbeirat (JAEB) hat sich gegen die Pläne ausgesprochen und argumentiert, dass höhere Gebühren die Familien zusätzlich belasten würden. Auch die SPD-Fraktion in Willich lehnt die Änderungen ab und fordert stattdessen Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro, anstatt die Kosten auf die Eltern abzuwälzen. Unterdessen bleibt die grundsätzliche Debatte über die Kinderbetreuung in Willich ungelöst – weitere Probleme wie Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen verschärfen die Unzufriedenheit.
Falls die Änderungen beschlossen werden, würde Willich seine Geschwistergebühren an die Regelungen benachbarter Städte angleichen. Die Stadt erhofft sich dadurch eine Entlastung des Haushalts, doch Familien und lokale Initiativen lehnen die Pläne weiterhin ab. Eine endgültige Entscheidung über die Vorschläge steht noch aus.






