13 March 2026, 14:20

ZDK-Reformen verschärfen Machtkampf mit dem Handwerksverband ZVK

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit blauer Umrandung, das den Text 'Schweiz Wagons-Fabrik A.G.' trägt

ZDK-Reformen verschärfen Machtkampf mit dem Handwerksverband ZVK

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Satzung beschlossen und damit die Spannungen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZVK) weiter verschärft. Die im Januar verabschiedeten Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und – so die Führung – "die Realitäten der Branche" widerzuspiegeln. Doch der Schritt hat auch Vorwürfe ausgelöst, der ZDK wolle gezielt die jahrzehntelange Verbindung zwischen den beiden eng verflochtenen Verbänden kappen.

Der Streit eskaliert zu einem Zeitpunkt, an dem Konflikte um Governance, Gebühren und Vertretungsrechte ihren Höhepunkt erreichen. Beide Seiten scheinen sich mittlerweile auf eine mögliche Trennung vorzubereiten: Während der ZDK neue Mitgliedschaftsmodelle einführt, beansprucht der ZVK den Großteil der bisherigen Beitragseinnahmen für sich.

Die Reformen bedeuten einen radikalen Bruch mit früheren Gepflogenheiten. Die Praxis, Personal zwischen den Gremien auszutauschen, gehört ebenso der Vergangenheit an wie die automatischen Sitze, die einst ZVK-Vorstandsmitgliedern im ZDK-Präsidium vorbehalten waren. Wie Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler betonen, sollen Personalentscheidungen künftig demokratisch in der Mitgliederversammlung fallen – und nicht mehr über ererbte Positionen.

Der ZDK rechtfertigt den Umbruch als notwendigen Schritt, um zu verhindern, dass Innungsbetriebe nach dem Rückzug von Landesverbänden abwandern. Um die Werkstätten enger an sich zu binden, schafft der Verband direkte Wege für einen Beitritt zur Bonner Zentrale. Gleichzeitig will die Organisation die Aufklärungsarbeit in betroffenen Regionen intensivieren und über Gründe sowie mögliche Folgen eines Austritts informieren.

Doch der ZVK gibt sich kämpferisch. Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün besteht darauf, dass allein sein Verband die Interessen der Handwerksbetriebe glaubwürdig vertreten könne. Der ZVK fordert gar 95 Prozent der aktuellen ZDK-Mitgliedsbeiträge ein – ein Anspruch, dem der ZDK mit einer Umstrukturierung der Gebühren begegnet: Jede organisierte Werkstatt soll künftig 100 Euro jährlich an die Zentrale zahlen.

Rechtliche Auseinandersetzungen um die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK), einst ein zentraler Zankapfel, haben indes an Brisanz verloren. Dies deutet darauf hin, dass der aktuelle Konflikt weit über finanzielle Streitigkeiten hinausgeht. Der ZDK geht sogar so weit, die Lage als ein "bewusst herbeigeführtes Szenario" zu bezeichnen, das auf eine Trennung abziele – die neuen Statuten seien der erste formale Schritt in Richtung Spaltung.

Die Reformen werden die Zusammenarbeit der Werkstätten mit beiden Verbänden grundlegend verändern. Während das überarbeitete Beitragssystem und die direkten Mitgliedschaftsoptionen des ZDK bereits greifen, pocht der ZVK weiterhin auf seine Rolle als primäre Interessenvertretung des Handwerks. Da keine der beiden Seiten Anzeichen von Kompromissbereitschaft zeigt, steht die Kfz-Branche vor einer Phase der Unsicherheit, in der sich die Wege der Verbände immer weiter trennen.

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