Arnsberg streitet über Umbenennung der umstrittenen Kardinal-Jaeger-Straße
Elvira ZiegertArnsberg streitet über Umbenennung der umstrittenen Kardinal-Jaeger-Straße
In Arnsberg formieren sich politische Parteien hinter dem Vorhaben, eine Straße umzubenennen, die mit einem umstrittenen früheren Kardinal in Verbindung steht. SPD und CDU haben sich zusammengeschlossen, um eine Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim zu fordern. Der Schritt folgt auf dokumentierte Vorwürfe wegen Fehlverhaltens von Lorenz Jaeger während seiner Amtszeit als Leiter des Erzbistums Paderborn.
Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Eine spätere Missbrauchsstudie enthüllte, dass sowohl er als auch sein Nachfolger in die Vertuschung von Missbrauchsfällen innerhalb des Bistums verwickelt waren. Diese Erkenntnisse haben nun lokale Initiativen ausgelöst.
Die Arnsberger SPD hatte als Erste Bedenken gegen den Straßennamen geäußert und auf Jaegers Verbindung zu dem Skandal hingewiesen. Mittlerweile unterstützt auch die CDU die Forderung und distanziert sich von dem verstorbenen Kardinal. Gemeinsam drängen die beiden Parteien die Stadt zum Handeln.
Am 20. April findet in Arnsberg eine öffentliche Versammlung statt, bei der Anwohnerinnen und Anwohner Vorschläge für einen neuen Straßennamen einreichen können. Beide Parteien betonen, wie wichtig die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidung ist. Ähnliche Diskussionen laufen bereits in Werl und Wenden, wo eine Umbenennung jedoch mit komplexen bürokratischen Hürden verbunden wäre.
Anderswo hat die Stadt Olpe bereits reagiert und ihr katholisches Jugendzentrum 2023 umbenannt. Paderborn beschloss zudem am 26. März 2026, Jaegers Namen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen – über weitere Umbenennungspläne in ganz Nordrhein-Westfalen wurde bisher jedoch nichts bekannt.
Der gemeinsame Antrag von SPD und CDU in Arnsberg markiert einen Schritt zur Aufarbeitung des Erbes von Lorenz Jaeger. Wird der Vorschlag angenommen, soll der neue Straßenname unter Beteiligung der Bevölkerung gewählt werden. Das Ergebnis könnte auch ähnliche Debatten in anderen Städten beeinflussen, die vor derselben Frage stehen.






