31 March 2026, 14:30

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik von Fahrgästen und Politikern

Gruppe von Menschen um einen Zug auf Schienen mit einigen Fahrgästen im Zug und anderen außerhalb, vor Gebäuden und Bäumen, mit Text unten 'Ludwigs-Eisenbahn, die erste Bahnstation in Deutschland.'

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik von Fahrgästen und Politikern

Die Deutsche Bahn hat Pläne bekannt gegeben, ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen zu schließen. Die Entscheidung hat bei Fahrgästen und lokalen Politikern Kritik ausgelöst. Sie argumentieren, dass die Schließungen besonders benachteiligte Gruppen hart treffen werde.

Der Schritt erfolgt, nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den Verkauf von Nahverkehrstickets an den Konkurrenten Transdev übertragen hat. Die Deutsche Bahn führt finanzielle Zwänge als Begründung an, doch Gegner befürchten, dass die Maßnahme den Zugang für diejenigen verschlechtern wird, die auf persönliche Beratung angewiesen sind.

Die geplanten Schließungen folgen auf die VRR-Entscheidung, den Ticketverkauf für den Regionalverkehr an Transdev zu übertragen. Die Deutsche Bahn hat zwar keine detaillierten finanziellen Begründungen vorgelegt, betont jedoch, dass wirtschaftliche Faktoren den Plan vorantreiben.

Lokale Politiker haben sich vehement gegen die Pläne ausgesprochen. Die SPD-Abgeordneten Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas warnen, dass die Schließung der Reisezentren sozial benachteiligte Fahrgäste überproportional belasten werde. Neumann mahnte, die Entscheidung berge die Gefahr, die Ausgrenzung derer zu vertiefen, die mit digitalen Alternativen Schwierigkeiten hätten.

Engin unterstrich die Bedeutung der Reisezentren für komplexe Buchungen oder kurzfristige Änderungen. Sie wies darauf hin, dass viele Reisende – insbesondere ältere oder technisch weniger versierte Menschen – weiterhin auf persönliche Unterstützung angewiesen seien. Bialas pflichtete ihr bei und betonte, dass rein digitale Lösungen viele zurückließen.

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Auch aus der Bevölkerung gibt es Kritik: Fahrgäste bezeichnen die Schließungen als sozialen Rückschritt. Ein Pressesprecher der Deutschen Bahn in Düsseldorf, Dirk Pohlmann, lehnte eine Stellungnahme zur Kontroverse ab.

Die Gegenwehr steht im Kontrast zu den jüngsten Modernisierungsbemühungen des Unternehmens an anderen Standorten. Reisezentren in Köln, Berlin, Hamburg, Nürnberg und Düsseldorf wurden bereits aufgewertet; weitere Renovierungen sind bis 2026 in Mannheim, Dresden und Göttingen geplant.

Die geplanten Schließungen in Wuppertal und Solingen könnten wichtige Kundengruppen ohne essenzielle Dienstleistungen zurücklassen. Sollte die Entscheidung umgesetzt werden, droht dies dem Image der Deutschen Bahn bei Fahrgästen und lokalen Behörden weiteren Schaden zuzufügen. Bisher hat das Unternehmen die von Politikern und Reisenden vorgebrachten Bedenken nicht aufgegriffen.

Quelle