Henkel erhöht Preise wegen Lieferketten-Krise und explodierender Kosten
Jolanta MeyerHenkel erhöht Preise wegen Lieferketten-Krise und explodierender Kosten
Henkel kämpft mit steigenden Kosten durch geopolitische Krise und gestörte Lieferketten
Der Konsumgüterkonzern Henkel, bekannt für Marken wie Persil und Schwarzkopf, sieht sich mit wachsenden Belastungen konfrontiert, da die geopolitische Krise globale Lieferketten durcheinanderbringt. Das Unternehmen warnt, dass höhere Ausgaben von Zulieferern und Logistikfirmen weitergegeben werden. Vorstandsvorsitzender Carsten Knobel betonte, dass Preisanpassungen notwendig seien, um die steigenden Kosten abzufedern.
Die anhaltende Krise, ausgelöst durch den Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus Anfang 2026, hat weltweit zu massiven Störungen geführt. Die Ölpreise kletterten auf etwa 90 US-Dollar pro Barrel, während die europäischen Gas-Spotpreise um 80 Prozent in die Höhe schossen. Diese Entwicklungen treiben die Material-, Lieferketten- und Logistikkosten für Unternehmen rund um den Globus in die Höhe.
Henkel, das weltweit rund 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, spürt die Auswirkungen indirekt. Weniger als 20 Prozent der Belegschaft arbeiten in Deutschland, doch das Unternehmen ist auf globale Netzwerke angewiesen, die nun mit Verzögerungen und Engpässen zu kämpfen haben. Rohstoffe wie Glasflaschen und Aluminium in Indien sind schwerer zu beschaffen, was die Kosten zusätzlich erhöht.
Um die Herausforderungen zu meistern, setzt Henkel auf die Stärken seiner Produkte, um Preiserhöhungen zu rechtfertigen. Knobel verwies auf die starke Kundenbindung an Marken wie Persil und Schwarzkopf, die den Übergang erleichtern könnte. 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro – doch die aktuelle Lage gefährdet die Profitabilität.
Der Konzernchef warnte davor, notwendige Preisanpassungen hinauszuzögern, da Zögern die finanzielle Belastung verschärfen könnte. Dennoch zeigt er sich optimistisch, dass sich die Krise nicht über das gesamte Jahr hinziehen werde. Henkels Strategie umfasst gezielte Preiserhöhungen bei gleichzeitiger Betonung der Produktqualität, um Kunden zu halten. Ob das Unternehmen die Herausforderungen bewältigen kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lieferketten stabilisieren. Bis dahin bleiben hohe Kosten und logistische Hürden die größten Sorgen.






