Karin Bergmann übernimmt künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele – und fordert Reformen
Jolanta MeyerKarin Bergmann übernimmt künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele – und fordert Reformen
Karin Bergmann ist zur neuen künstlerischen Leiterin der Salzburger Festspiele ernannt worden. Ihre Berufung erfolgt während laufender Diskussionen über Führungswechsel und die künftige Ausrichtung des Festivals. Bereit hat sie ihre Pläne vorstellt und Bedenken zu jüngsten Entwicklungen geäußert.
Überrascht zeigte sich Bergmann, als Markus Hinterhäuser sie erstmals auf die Position ansprach. Später betonte sie, dass ihr Verhältnis trotz seiner Bezeichnung als „liebe Freundin“ rein beruflicher Natur sei. Zudem kritisierte sie die mangelnde Transparenz bei Hinterhäusers Abgang und erklärte, sie hätte sich von der Festspielleitung eine klare Erklärung gewünscht.
Als künstlerische Leiterin will Bergmann das musikalische Programm in der Tradition des Festivals belassen. Gleichzeitig plant sie, den Schauspielbereich auszubauen und mindestens vier große Sprechtheaterproduktionen einzuführen. Zwar befürwortet sie Frauenquoten, doch betont sie, dass die nächste Festspielleitung allein nach Qualifikation ausgewählt werden sollte.
Die Position des Festspielpräsidenten ist derzeit ausgeschrieben; die Amtszeit von Kristina Hammer endet 2026. 27 Bewerber:innen, darunter Hammer selbst, haben sich beworben. Ein Bruch mit der Tradition: Hammer wird bei der offiziellen Eröffnung am 26. Juli keine Rede halten.
Bergmann fordert zudem eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Festspielrat. Ihre Vorschläge und die anstehenden Führungswechsel deuten auf Veränderungen hin, wie die Salzburger Festspiele in den kommenden Jahren gestaltet werden. Die nächsten Schritte hängen von der Wahl des neuen Präsidenten und der Umsetzung von Bergmanns Plänen ab.






